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Jerubbaal · 1918-10-01 · 7 (10.1918) · p. Seite 268

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
7 (10.1918)
Date
1918-10-01
Page
Seite 268 (sequence 30)
Language
German
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268 Albert Bacr: Voraussetzung für alle Lebenstätigkeit, ist der stärkste Faktor der menschlichen Wirtschaft: Grundlage für die Wohnung, Standort für das Gewerbe, unerschöpfliche Vorratskammer für Rohstoffe und Lebensmittel. Dies bedeutet: solange Boden da ist, sind alle beweglichen Dinge ersetz- und vermehrbar durch die Arbeitskraft des Menschen, der Boden aber ist unvermehrbar. Es könnte scheinen, als wenn dieser Unterschied rein äußerlich wäre, die zu besprechenden Wirkungen werden jedoch zeigen, daß es nicht so ist. Der Unterschied kann aber auch durch die Aufzeichnung der Unterschiede des Industrie- und Bodenkapitals noch weiter dargetan werden. Das in der Industrie angelegte Kapital fördert jedenfalls die Produktion, wie auch von sozialistischer Seite zugestanden wird/ auch weil es ja zum Teil nicht dem Einzelproduzenten zufließt, sondern von ihm zur Erhältung und Mehrung der Produktion verwandt wird. Das Kapital, das im Boden steckt, zieht — um ein späteres Ergebnis vorwegzunehmen <-* durch stete Veteuerung von W ohn* und Arbeitsstätte Mehrwert an sich, den es der produktiven Arbeit entnimmt,- hierdurch wird diese gehemmt. Dies ergibt sich aus dem Folgenden: Die Unvermehrbarkeit des Bodens schafft ein Gesetz, das Ausgangspunkt für jede Betrachtung über Boden^ fragen sein muß: »das Gesetz der Grundrente«. Wäre reichlich Land vorhanden, das allen frei zugänglich wäre, so würde der Arbeitsertrag des den Boden Bearbeitenden gleich dem Ertrag des Bodens sein,- da aber das Land überall in den Kulturländern in Privatbesitz ist, so muß jeder, der es nutzen will, an den Eigentümer eine Abgabe zahlen, gleiche viel ob er es als Wohn^ oder Werkstätte oder zu landwirtschaftlicher Produktion nutzt. Und diese Abgabe ist ein Teil des Ertrages in irgend einer Form, ein Teil der geernteten Früchte in natura oder ein Teil des Geldes, das er für die auf diesem Boden gewonnenen oder gewerblich hergestellten Erzeugnisse gelöst hat. Nun ist aber der in Benutzung genommene Boden nicht überall gleichwertig,- einmal kann der eine Boden fruchtbarer sein als der andere oder auch durch seine für menschliche Zwedke besonders geeignete Lage besonders begehrt sein, das heißt, er wird bei entsprechend gleichem Aufwand von Zeit und Arbeit in irgend einer Beziehung höheren Ertrag abwerfen als der schlechtere Boden, der •aber wegen der Notwendigkeit, die Menschen mit Nahrungsmitteln, gewerblichen Produkten, oder Wohnstätten zu versehen, noch in Benutzung genommen werden muß. Man kann es auch so als Ergebnis formulieren: weil Land unvermehrbar ist, muß jeder neue notwendige Gebrauch desselben sich der Benutzung von Land zuwenden, das weniger ergiebig ist als das erste,- der Ueberschuß des ersten fällt dem Eigentümer zu <so* genannte Differenzialrente). Da nun die Nachfrage immer stärker wächst, wächst auch dieser Überschuß, der bei der Verpachtung des Landes als Pachtzins, bei Verkauf als Kaulpreis usw. in die Erscheinung tritt. Dies notwendige Ergebnis wird uns gerade jetzt klar auch an dem Beispiel beweglicher Sachen, die sonst vermehrbar jetzt im Lande mangels Rohstoffen unvermehrbar sind wie der Boden: ihr Preis steigt ständig. Dies Gesetz der Rente ergibt sich aus dem nationalökonomischen Grund-

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