Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 7 (10.1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- Seite 266 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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266 Albert B acr: Über die Forderungen des Persönlichen <der Rechte und Pflichten des einzelnen Jugendlichen) und des Augenblicks hinweg, ergreift er den ewigen Sinn des Volkes. Gebt ihn der Jugend, die an ihm groß werden oder untergehen soll! Geschah dies in der deutschen Jugendbewegung? Nein! Niemand erstand ihr in Feuer rufend: Es ist Gefahr, rettet, weil ihr nur retten könnt! Weil Deutschland äußerlich gesund und geistig kräftig erschien, weil Tausende von Büchern jährlich gedruckt wurden, vergaßen die Führer der Jugendbewegung, daß es um die Rettung Deutschlands geht, um die Rettung dieses Lebens, das die besten Sohne dieses Volkes wollten. Die Führer ergriffen nur Naheliegendes. Und wird man zuweilen auch von der Sichtweite eines Wyneken betroffen, muß man doch zugeben: er hat die Welt vom Jugendlichen n i ch t abhängig gemacht. Er rief sie nicht zum vollen Kampfe mit allen den Geist entwertenden Kräften auf. Und weil es in der Psychologie des Jugendlichen liegt, daß er nur dieser Bewegung verfällt, die ihn ganz und wurzelhaft erfaßt und ihn das Bild seines Wollens in weiter Zukunft als höchste menschliche Auswirkung des Geistes sehen läßt, verging die deutsche Jugendbewegung. Dieser Verlauf für diejenigen, die erst betrachten müssen, die auf Ge* schichte eingeschworen sind. Die Berufung der jüdischen Jugend tritt aus dem vorher Gesagten klar heraus. Berücksichtigt man ferner den Unterschied in der politischen Ge^ staltung <dort staatliche Unabhängigkeit, hier Zerstreutsein) ergibt sich das besondere Geartetseinmüssen des Verhältnisses der jüdischen Jugend zu ihrem Volke. Es ergibt sich: Die jüdische Jugend, einzig und allein sie, ist es, die das jüdische Volk neuschaffen muß. Nur von ihr ist es abhängig. Wer ihr diese Überzeugung nehmen will, tötet sie! Und sie muß Ganzes wollen,- wurzelhaft erfaßt sein. Das gegenwärtige Leben ist ihr ein Qreuel. Indem sie ihr Wollen an dem von Juden in Zeiten staatlicher Unabhängigkeit gelebten Leben Bild werden läßt, ersteht in ihr das Wissen um das, was zu tun ist. In diesem entscheidenden Augenblick, wo ihr das Bild der Zukunft des jüdischen Volkes, das nur eine Gestaltung ihres Wollens ist, aufgeht, erlangt sie die Kraft, die Erde bei ihrer Achse zu fassen und ihren Lauf zu bestimmen. Eine kaum ausdenkbare Macht ergreift sie und in Freude gibt sie sich hin. Ein Gefühl Gottgewolltes vollbringen zu müssen, erfüllt sie und in religiösem Schauer bereitet sie sich für das Werk vor. Dieses Werk bedeutet Erlösung des Menschen von all dem Schlechten, das hier für Vorzug gehalten wird. Und als Tat hiezu kommt: Hinuntergehen nach Palästina, zur bescheidenen, rastlosen Arbeit. Heinrich Süßkind. Die Bedeutung derBodenreform fürdas neue Palästina. Die alte mosaische Forderung: »Grund und Boden darf nicht endgültig verkauft werden, denn -mein ist das Land« <IIL Buch Mosis, Kap. 25. V.