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Jerubbaal · 1918-10-01 · 7 (10.1918) · p. Seite 258

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
7 (10.1918)
Date
1918-10-01
Page
Seite 258 (sequence 20)
Language
German
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258 Cheskel Zwi Klötzel: Zionistische oder jüdisdie Jugendbewegung? geistige Kraft, in der soviel ethische Energie steckt, ungenützt lassen, weil »Kräfte verzettelt werden«, oder »es sich ja doch nidit lohnt«? Idi freue midi »des Trümmerhaufens« von Berlin, weil ich überzeugt davon bin, daß wir und nur wir, die zionistische Jugend, es vermögen, alle Scheidewände zwischen Jugend und Jugend niederzureißen! Ich bin überzeugt davon, daß d^ese Aufgabe so unerläßlich und so wichtig ist wie die Vorbereitung auf Palästina, und daß weder diese noch eine andere zu erfüllende Pflicht darunter leiden kann, daß wir unermüdlich Wege suchen zu denen, die doch durch das Schicksal uns so eng verknüpft sind. Wir wissen um den besseren Weg, — nach Berlin sehen wir ihn klarer als je. Es gilt, der anderen Jugend zu zeigen, daß wir mehr sind als gesinnungstüditige Parteijugend, daß in uns der Gedanke, das Judentum zu sein, jede geistige Enge gesprengt hat. Wenn wir das im Leben unsrer Bewegung wahr machen, so wird diese Wahrheit einen unwiderstehlichen Reiz auf all diejenigen Elemente ausüben, die den Gedanken jugendlichen Daseins nicht weniger tief und nicht weniger innig erfaßt haben. Nichts aber berechtigt uns, von dieser Sehnsucht drüben weniger zu vermuten, als wir bei uns selbst finden. Der weitere Weg liegt in heller Sonne vor uns : von Mensch zu Mensch, von Gruppe zu Gruppe, direkt, ohne Umweg über »Organisationen« und »Führer« muß die Jugend sich begegnen und im rückhaltlosen, lebendigen Austausch der Gedanken und Meinungen sich aussprechen. Jeder Einzelne muß zu diesem gemeinsamen Gespräch mit dem Mut zum rück* haltlosesten Bekenntnis kommen und jedem muß das Recht zugestanden werden, zu glauben, daß die Kraft seines Gedankens mit zwingender Gewalt sich an den anderen erweisen werde. Und wir, die wir im innersten Herzen davon überzeugt sind, daß im Rahmen unserer Auffassung vom Judentum Raum sei für alle Parteien, gerade wir müssen es sein, die aus den »Trümmern« von Berlin den kostbaren Grundstein des Binheits* gedankens ausgraben und alle aufs neue herbeirufen, um noch einmal zu versuchen, was so schmählich mißlungen ist. Was also ist zu tun? Ich habe an anderer Stelle mehrfach auf das Beispiel der »Hamburger jüdischen Arbeitsgemeinschaft« hingewiesen und auf die Gefahr hin, zum wiederholten Mal mißverstanden zu werden, sei hier noch einmal das gesagt, was vom Wesen und Wirken derselben in Worten wiedergegeben werden kann. Es versammeln sich in Hamburg regelmäßig junge Leute aus allen jüdischen Lagern und besprechen mit allem Ernst und aller Hingabe, deren sie fähig sind, die großen und die kleinen Dinge des jüdischen Lebens. Jeder spricht das, was er denkt, ohne jeden Rückhalt aus und jeder achtet mit aller Aufmerksamkeit auf das, was der andere sagt. Das ist alles, was gesagt werden kann. Aber es liegt auf der Hand, daß dieser Kreis, je länger er beieinander ist, umso fester sich schließt und daß in ihm mit Notwendigkeit mit der Zeit eine Einheit im Denken und damit im Wollen erwächst. Sollte es aber jemandem beifallen, zu fragen, ob denn dafür »garantiert«

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