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Jerubbaal · 1918-10-01 · 7 (10.1918) · p. Seite 256

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
7 (10.1918)
Date
1918-10-01
Page
Seite 256 (sequence 18)
Language
German
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256 Cheskel Zwi Klötzel: rinzipien zu durchforschen und dadurch selber zur fortschreitenden Brenntnis des eigenen Wertes und Zieles zu gelangen. Franz Meyer. Zionistische oder - jüdisdie Jugendbewegung? Eine Ergänzung zu Julius Bergers Aufsatz über »Verständigungskonferenz utfd zionistische Jugendbewegung.« Julius Berger hat eines gezeigt: daß die »Verständigung« in gewissem Sinne zum Prüfstein unsrer Jugendbewegung geworden ist. Er erkennt sehr klar den Kardinalfehler, den die zionistische Jugend mit der nicht zionistischen trotz aller Wesensverschiedenheit gemein hat: die seelische Abhängigkeit von den politischen Organisationen. Berlin mit seiner fälschlieh als »Jugendberatung« bezeichneten Tagung von Männern, deren Qualitäten als »Jugendführer« garzusehr überschattet werden von ihren Eigenschaften als Parteimänner und Politiker wäre ohne diese Abhängig* keit der gesamten, Jugend nicht möglich gewesen. Es hat keinen Zweck, zwischen uns und den andern eine »Schuldfrage« aufzuwerfen. Fehler sind von beiden Seiten gemacht worden, aber sie waren belanglos gegenüber dem großen, allseitigen Hauptirrtum, daß man Jugendfragen von Parteistandpunkten aus werten wollte. In diesem Fehler begegnete sich das »tantenhafte« Referat Cora Berliners und Löwensteins Parteisekretärsrede. Zweifellos aber wiegt unser Fehler schwerer als der der andern. S i e haben den Anspruch, Jugendbewegung zu sein, kaum je ernsthaft erhoben. Liberale und Orthodoxe haben sich mit vollem Bewußtsein als nichts anderes empfunden, als als Parteinachwuchs, als »politisches Rekrutendepot«, wie Berger sagt. Die »Neutralen« stellen ein etwas wunderliches Gemisch von Jugendpflege und mißverstandener Jugendbewegung dar, und zum mindesten Frl. Dr. Berliner scheint der »Pflege« mehr zuzuneigen, als der »Bewegung«. Wir hingegen haben von Anfang an den Anspruch erhoben, Jugendbewegung zu sein: jüdische Jugendbewegung! Die Turnerschaft, die Studentenschaft, der Blauweiß, sie haben, mehr oder weniger klar, mit größerem oder geringerem Erfolg, diesen Gedanken doch immer zur Geltung gebracht- Er ist nichts als die logische Folgerung aus der zionistischen Grundanschauung, auf der wir fußen. Die Jugendbewegung, deren treibendes Element die nationale Erkenntnis und der nationale Wille sind, kann nicht darauf verzichten, die Jugendbewegung ihres Volkes zu sein. Ist der Zionismus das organisierte jüdische Volk, so kann die zionistische Jugendbewegung nicht weniger sein wollen, als die einzige legitimierte Vertreterin der gesamten jüdischen Jugend. Man verstehe das nicht falsch: wenn hier von einem »Anspruch« die Rede ist, so doch nur von einem solchen, der erst verwirklicht werden muß. Von dem Ziel »die« jüdische Jugendbewegung zu sein, sind wir noch sehr weit entfernt. Das hat nichts deutlicher gezeigt, als die Berliner Tagung. Berger hat Recht: wie konnte man an der mitschuldig werden,

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