Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 7 (10.1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- Seite 252 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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252 Abraham Sdiwadron: wenn wir, ohne noch Hebräisch zu können, uns gleichsam einen hebräischen Namens^Shawl um unsere Blöße wärfen,- dies wäre falsche Etikette, Tand. Auch diesen Ehrlichen wird also im weiteren zu ant^ Worten und, abgesehen von jedem prinzipiellen Argument, zu bedenken zu geben sein, ob nicht gegen die blutrünstige Widerwärtigkeit von Florian Chodorower, -Caesar Nechelles, Jindrich Kahn und Liline Teitelbäum alles andere in der Welt tadellose Ganzheit, klingende Har* monie ist. Allerdings werden diese guten Zionisten mit ihrem Bedenken recht haben, wenn ihr diese Namensänderung als eine für sich abgeschlossene, fertige jüdisch^zionistische Leistung ansehen werdet: »So sind wir schon Volljuden worden!« Nein, damit beginnt ihr! Das also auch wird in den folgenden Aufsätzen euch zu sagen sein: Es sei dies der erste Tastversuch in dem Sich-Loslösen von den Bindungen des Galuth, es sei dies das erste dünne Band, das die jungen Juden aller Zungen von Ost und West, alle, die eine jüdische Zukunftssehnsucht im Herzen tragen, verbinden soll. Daß die Annahme des hebräischen Namens der leichte Auftakt sei zum schweren, langwierigen, hindernißreichen Mühen um die Erlangung eines hebräischen Lebens, der hebräischen Sprache, des hebrä^ ischen Landes. — Und jene guten Zionisten werden mit ihrem Bedenken recht haben, wenn du, junger Jude, junge Jüdin, mit dem Namens^ Wechsel protzest: »Ich habe eine Tat getan!« Tue es nicht, wenn es noch keine selbstverständliche Folgerung aus deiner Gesinnung geworden ist. Lasse es, wer nicht die Diskrepanz zwischen seinen Höchstzielen und seinem Namen im Ohre als Schmerz, im Herzen als Lüge empfindet. Das meine ich nur: Es ist eine Unsauberkeit, wenn euer Name ver* leugnet, was euer Blut bekennt. Ich sage nicht: »Was euer Mund be^ kennt.« Denn ich will hier und jetzt nicht an der Ehrlichkeit eures Bekenntnisses zweifeln, d. h. ich spreche hier von vornherein nur zu den Ehrlichen unter euch, und möchte bloß, daß sie ihre Ehrlichkeit bewähren. Bedenket: Was ist das Primäre im Bewußtsein des Juden, der sich von der Assimilation loslöst und auf sein jüdisches Eigensein einstellt? Insel zu sein in einem fremden Meer! Und für diese Insel habe der hebräische Name ostentative Giltigkeit, ihr sei er Programm und Fahne! Und viele von euch bereiten sich vor, im Lande der Väter, in der Sprache der Väter, dem Geiste der Väter zu leben — wollt ihr das nicht damit einleiten, daß ihr die Namen der Väter erwählet, sie aus der Versunken^ heit zum Leben erlöset? Zum Schlüsse noch das: Wie es viele, die »Bedenklichen- Nachdenklichen«, geben wird, die da Probleme und Schwierigkeiten sehen werden, so werden andere, die »mit Tatsachensinn«, finden, daß ich die Wichtigkeit von Namen, Wort, Schall, übertreibe,- sie werden es an sidi für eine Bagatelle und, im Vergleich zu den schweren, großen Aufgaben und Pflichten des jungen Juden, für eine so leichte Sache halten, daß es sich nicht lohnt, daraus ein Wesen zu machen. Ich bin aber immer der Ansicht, daß das Gelingen oder Mißlingen der großen Sache meist nur davon abhängt, oPdie kleinen Dinge, worauf sie ruht, gut oder schlecht