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Jerubbaal · 1918-10-01 · 7 (10.1918) · p. Seite 249

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
7 (10.1918)
Date
1918-10-01
Page
Seite 249 (sequence 11)
Language
German
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Von der Sdhande eurer Namen. 249 nicht jenem Feloniezeichen modervoller israelitischer Zerklüftung das leuchtende Bundeszeichen der Adiduth, der jüdischen Einheit, die ihr doch zu verwirklichen strebet, entgegenstellen? Die Einheitlichkeit der hebräischen Namen, die nicht nur sozusagen horizontal auf alle Länder und die gegenwärtigen Juden aller Zungen sich beziehen, sondern auch vertikal die Generationen vieltausendjähriger Vergangenheit mit denen der weiten Zukunft verbinden soll? Entscheidet euch! Und es möge betont sein: Neben diesem notwendigen Willensakt unserer Entscheidung sind mir die verschiedenen mehr oder weniger wichtigen Erwägungen, logischen und historischen Betrachtungen, die über diesen Gegenstand anzustellen sind, von weit, weit zurückbleibender Bedeutung. Ich weiß also natürlich, daß es kluge und gelehrte Erklärungen gibt, wie es zu der jetzigen Namensassimilation gekommen ist,- ich weiß, daß es im Grunde gar keine so geringfügige Sache leichter Wahl ist, bestimmt durch Launen des Geschmackes, des guten Tons und dergl. allein, sondern daß die Namensgebung mittelbar diktiert ist von tieferen Rücksichten auf den Lebenskampf der Juden mit der fremden Umgebung. Man sagt vielleicht <was an sich mehr als unrichtig ist), daß Selma schöner klinge als Lea, in Wirklichkeit aber wollen die jüdischen Eltern in ihrer — größtenteils maßlosen, ungesunden — Überzärtlichkeit zu den Kindern ihnen keinen gelben Fleck, kein peinliches Erkennungszeichen fürs ganze Leben mitgeben. Ich weiß also, daß dies ein praktisch soziales und ökonomisches Problem dar^ stellt. Ich kenne auch »gute Juden«, Gelehrte und Rabbiner, darunter auch einen Zionisten, die daraufhinweisen, daß die Juden bereits in weit zurück^ liegenden Epochen, im Altertum und Mittelalter, daß die Tannaim, die Schöpfer des Talmuds, die Gaonim und maßgebendsten Rabbiner in vergangenen Jahrhunderten unjüdische Namen geführt haben {ähnlich wie uns ja vorgehalten wird, daß schon unsere Ahnen in Palästina nicht hebräisch sondern aramäisch usw, gesprochen haben). Das weiß ich. Aber darum wende ich mich auch nicht an Juden und Jüdinnen schlechthin, die ja vielfach jetzt weit stärker sind im Argument tieren als im Charakter und in der gemeinnützigen Tat, und die ich daher »umzustimmen« nicht hoffen darf. Ich wende mich doch darum an euch, die ihr in Bewußtheit der Lasten und Nachteile eines entschieden jüdischen Lebenswandels, trotz aller Bequemlichkeit, oft auch Einträglichkeit der Assimilation, der Mimikry, euch doch gegen diese auflehnt euch frage ich: Wollt ihr gegen eure innere freie Wandlung die äußerlich erkennbarste, die vorderste antijüdische Mimikry, die auf der Nase sozusagen, die des Namens, beibehalten? Entscheidet euch! Und das schon heute! Von morgen an gebe es bei euch allen, in allen euren Zusammen^ künften, Zirkeln, Gruppen, Kreisen, Bünden usw., in allen Anreden, Grüßen, Korrespondenzen, Tagebüchern, Zuschriften und Berichten an Zeitschriften — überall also und ausnahmslos in allen Nennungen

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