Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 7 (10.1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- Seite 246 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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246 Eugen Hoeflich: Helft! Konjunktur den Kaufmann weist. Hört, Brüder, welcher Partei der Jungen ihr auch immer angehört/ hört auf meinen Hilferuf/ glaubt -mir, wenn ich eudi sage, daß die furchtbarste, gewissenloseste Kommerzspekülation im Begriffe ist, sidi nach Juda einzuschiffen. Schon werden die Schiffe bereitet, die den ganzen Apparat hinüberbringen sollen, mit dem sie aus unserem Blute und aus unseren Idealen ihr Habe vermehren wollen, denn ihnen ist die ethische Mission des Judentums nur ein Schlagwort, unser Traum von einem jüdischen Menschentum ist ihnen nichts, alles Erhabene gilt ihnen nur, wenn es in buchungsfähige Werte verwandelbar ist ünd selbst die Not unseres Volkes, die sie so oft im Munde führen, wird ein Geschäftskniff. Ich schwöre es euch: selbst die trostlose körperliche Not unserer Brüder, die der polnischen Bestialität entrannen, ist ihnen nicht zu furchtbar, um nicht durch sie auf den Markt zu wirken. Wir sprachen von Kultur, zerdachten unsere Hirne, wir studierten und saßen lange Nächte wach und unser Zion war uns längst scharf um* rissener Begriff, ehe sie noch wußten, wo in der Welt überhaupt dieses Palästina liegt. Die Unverständigen aber, die ohne Böswilligkeit auf Grund einer Mitgliedskarte sich Zionisten nennen, wiesen ihnen den Weg. Als sie nämlich Worte aus unseren Aussprachen auffingen, die sie nicht verstanden, ward ihnen Angst vor unseren Idealen und sie keuchten um Hilfe gegen die »Diktatur des Geistes«. Schnell riefen sie herbei alles, was Geld hat, denn »mit Geld bauen wir Zion« und weil sie sich als praktische Menschen gaben, denen die Erfordernisse der Zeit durchaus nicht geheimnisvoll waren, ward ihr Ruf sofort erhört. Wir aber sind Schwärmer, Phantasten, die von Dichterhainen träumen und von andern unfruchtbaren Angelegenheiten, die es durchaus nicht begreifen wollen, daß Geld der beste Geistersatz ist. Ihr wißt nicht, was Not tut <— Volksverräter — Dichterexistenzen — Asiaten!! <als höhnende Bezeichnung für eine Weltanschauung sehr zu empfehlen) — Theoretiker usw. riefen sie und warteten an der Ecke, um den Parteiwachmann gegen den Terror des Geistes zu mobilisieren. Ich sage euch, Freunde: Gebt acht auf die Spekulanten! Sie sind im Begriffe, das größte Verbrechen an unserem Volke zu begehen und an der Menschheit, die nur von Zion aus erlöst werden kann. Sie wollen das Brausen der jüdischen Erde in eurem Schweiße ersticken ünd euer Blut soll die Transmission, die nicht um des allgemeinen Wohles in Gang gebracht wird, zum Nutzen der Einzelnen verspritzen. Seid bereit zum Kampfe und bleibt jugendlich, das heißt: unbedingt. <Man wird ihnen, die dieses Wort nicht verstehen wollen, noch Stunden geben, daß ihnen über dem Sehen das Hören vergehen wird.) Jetzt, da ihr an der Schwelle zur Heimat steht, schwört, daß ihr in Denken und Handeln konsequent, also unbedingt bleiben wollt, daß ihr unter jeder Bedingung dem Ziele zustreben werdet, das euch die Liebe zu Zion vorzeichnet, jene Liebe, die aus euren Herzen kommt, nicht aus dem Hirn der Spekulanten. Schwört, daß ihr die junge hebräisch-orientalische Kultur verteidiget werdet gegen den sie erdrückenden privatkapitalistischen