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Jerubbaal · 1918-10-01 · 7 (10.1918) · p. Seite 245

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
7 (10.1918)
Date
1918-10-01
Page
Seite 245 (sequence 7)
Language
German
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Eugen Hoeflieh: Helft! 245 machen. Das Attribut der Unbedingtheit kann nicht einem Inhalt, sondern nur der Form zukommen. An sich ist es gleichgiltig wohin/ die Frage ist wie. Möglich ist es, daß sich bald schon für uns alle gerade im Wo^ hin das Wie bewähren wird, daß wir alle werden wandern müssen und dürfen. Aber wenn ich von Abenteurerlust getrieben oder wenn ich zu schwach, die unermeßliche Sinnlosigkeit Europas zu ertragen oder ge^ blendet von der Hoffnung auf glückliche Zustände im asiatischen Weltteil hingehe und Aufgaben, Pflichten und Möglichkeiten beiseite schiebe als kleinliche Bedenklichkeiten, — wodurch erweise ich mich als besser, unbedingter wie ein anderer Spekulant, der die kalifornischen Gebirge oder die Ebene von Jesreel kaufen möchte und dem zur Erreichung dieses Zweckes kein Opfer zu groß und kein Wagnis zu gefährlidi ist? Hüte sich die Jugend, ihr Alles und ihre letzte Bewährung an einen Ort zu knüpfen und wäre es der liebste und heiligste. Die jüdische Jugend strebe nach Zion, aber sie darf nicht meinen, daß dort erst ihr Dasein beginne. Hier bist du, hier sei du das Höchste. Siegfried Bernfeld. Helft! Kameraden, die ihr euch bereitet, nach Palästina zu gehen, gestattet mir, daß ich einige Worte an euch richte, ehe ihr tätig in die Geschichte unseres Volkes eingreift. Ihr wißt wohl, daß wir heute, nach den Jahrhunderten unserer Unfreiheit und unserer Erniedrigung ein Volk sind, das die heterogensten Elemente, das Beste und das Schlechteste, die erhabenste und niederträchtigste Gesinnung in sich vereinigt. Heute, da wir nun endlich Gelegenheit haben, uns zu entscheiden, müssen wir ehrlich sein, alle Scheuklappen ablegen und uns sagen, daß unter uns Menschen sind, von denen wir wissen, daß sie eine ungeheure Gefahr für das Judentum bilden. Nicht aber ums Wissen allein kann es heute gehen, sondern um tätige Abwehr, um Kampf und um restlosen Sieg. Ihr, die ihr die Zukunft des jüdischen Palästinas seid, müßt mit allen Mitteln verhindern, daß unser Land, das wir auf der Ethik unsrer Lehre und nur auf ihr, auf keinen Kompromissen und auf keinen Lügen aufbauen wollen, ein Abbild dieses mörderischen, entsetzlichen Europas werde, das mörderisch ist selbst im Frieden, das ohne Überlegung Hekatomben seinem mehrwertzeugenden Idol opfert. Ich rufe euch zum Kampfe gegen die kommerzielle Spekulation unter nationaljüdischer Flagge auf, die doppelt verbrecherisch ist, weil jüdische Menschen um ihres persönlichen Gewinnes willen jüdische Brüder ihres neuen freien Lebens enterben, das Aufkeimen eigener hebräischer Kultur verhindern und somit alle Entsetzlichkeiten Europas auf unser Land übertragen wollen, nur um ihre freibeuterische Tätigkeit, durch die sie während des Krieges den jüdischen Namen zum Schimpfwort gemacht haben, in Palästina fortzusetzen, wohin jetzt die

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