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Jerubbaal · 1918-10-01 · 7 (10.1918) · p. Seite 242

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
7 (10.1918)
Date
1918-10-01
Page
Seite 242 (sequence 4)
Language
German
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242 Siegfried B e r n f e I d: Abklatsches der untergehenden europäischen Welt, auf geweihtestem Boden verhindern würden. An uns wird es liegen, mit welcher Kraft und Unerbittlichkeit, mit welcher Zielsicherheit und Vernunft wir den ungünstigsten Bedingungen die herrlichsten Werke abtrotzen werden. Es kann aber auch sein, daß man uns nicht anerkennen wird, uns nicht als Volk, und unserem Volke nicht sein Recht. So unwahrscheinlich es im Augenblicke dem erscheinen mag, der genötigt ist, aus Zeitungsnachrichten sich ein Bild der nächsten Zukunft zu machen,- es kann sein, denn wir wissen nichts über die wirklich treibenden Motive der Staatsmänner, über die geheimen Ziele ihrer Politik, über die Kraft der Parteien und Ideen in ihren Staaten. Aber damit wäre uns auch nichts anderes gegeben, als ein Rahmen, in den wir unsere künftige Arbeit einreihen müßten. Für uns würde daraus nichts anderes folgen, als daß wir weiter arbeiten müssen. Nicht wie bisher, vielleicht mit mehr Intensität, vielleicht mit anderen Mitteln, aber zum gleichen Ziele. Und das ist das Wichtigste. Das ist die entscheidende Frage für die jüdische Jugend und das jüdische Volk, ob ihm sein Ziel innerlich gegeben ist, unabhängig von allen günstigen und ungünstigen äußeren Bedingungen. Was kümmert uns die gegenwärtige politische Konstellation anders, als daß sie uns Anlaß sein könnte zu einer Veränderung unserer Taktik. Wir brauchen nicht mit Hangen und Bangen unsere Blicke auf Paris, London oder Washington zu richten. Nicht dort wird das Schicksat des jüdischen Volkes entschieden, sondern in uns, in mir und in dir ist es beschlossen. Bei aller Machtfülle, die in jener Hände gelegt ist, eines können sie uns nicht nehmen und kann niemand in uns zerstören, wer immer es sich anmaßen würde: das helle Leuchten des Zieles in unserer Seele und die Kraft, die es uns gibt. Auch die Erleichterung dürfen wir nicht überschätzen, die uns von der Friedenskonferenz kommen könnte. Was nützte uns der Staat, was nützte uns die öffentlich rechtlich gesicherte Heimstätte, wenn wir uns als eine jämmerlich-unzulängliche Generation erweisen würden. Wenn wir mit unserem Staate nichts anderes anzufangen wüßten, als uns dort eine . öffentlich rechtlich gesicherte Heimstätte für unsere Eitelkeit, für unsere I Machtgier, für unsere Ruhmessucht, für unser Händlertum, für unsere I ganze GottveHassenheit zu errichten? Was werden uns unsere Gesandten | in allen Staaten der Welt nützen, wenn wir selber in unserem Lande j sein werden, was wir hier auch geblieben wären: Kümmerlinge, hoffend | auf Rettung von außen, weil in uns selber keine Kraft und kein Ziel ist, '; die alles bangende Hoffen verwandeln würden in selbstsichere Zukunftsmöglichkeit? 2. Palästina. Palästina erscheint der Jugend heute so nahe gerückt wie noch nie. Sie rüstet sich mit Ungeduld und Leidenschaft zur wichtigsten Reise ihres Lebens. Mehr Menschen sind heute bereit, ihr hiesiges Leben abzubrechen und in Palästina neu zu beginnen, als jemals vor dem Kriege erwartet oder gehofft werden konnte. Und ein großer Teil der Jugend ist es vor allem, dem, so z^igt sich jetzt, die Forderung nach Palästina zu über*

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