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Jerubbaal · 1918-09-01 · 6 (9.1918) · p. Seite 235

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
6 (9.1918)
Date
1918-09-01
Page
Seite 235 (sequence 33)
Language
German
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.Geist des Judentums und tätiger Geist. 235 er treibe um Zions willen solche Politik, der sei nicht unser .Führer! Wer allerdings a*och nicht einmal Zion vorschützt und um eines rjüdisdien »Machlzentaums« willen solche Politik treibt, — der :sei es nodi viel •weniger, der Monist ohne Zions! Solchen Männern folgen. vir nicht! Prüfen wir doch unsere Führer! .Seien wir unser selbst bewußt! Es ist allerdings Pflicht zu «tun lund nicht nur vom Tun zu -reden und seine Seele »vorzubereiten«. jDarum isei auch nicht der unser .Führer, der unmännlich zagt vor der Tat! N»u?r dem wölken wir folgern, der den .Geist will ^und darum das 'Richtige Hut. Sieht man denn nicht, wie unheilvoll jetzt sduan, wo doch erst die Grundlage der eigentlichen Politik, der Staat, geschaffen werden soll, der Unterschied zwischen der wahren, der geistigen also sdiöpferisdien Politik und der ökonomischen klafft? Muß denn immer Form und Inhalt getrennt bleiben: indem die einen mahnen, wie der Täter beschaffen sein soll und wie die Tat, — und darum nicht zur Wirklichkeit kommen, zum Tun, während die anderen Wirkliches ohne Geist, ja geistwidrig tuen. Darum sollten wir uns nicht dem Aktivisten überlegen dünken, ^sondern von ihm lernen, in :unserer «Politik "Geist .und Tat wirklich zu vereinigen! Geist des Judentums .sollte tätiger Geist werden! Aber da gerade im Wesen der geistigen — man kann ja .auch :sagen menschlichen Politik die Kongruenz zwischen dem politischen Wollen und Handeln und dem persönlichen iLeben liegt, so müßte man sagen : auch das ganz persönliche Tun und Treiben des Einzelnen;s.teht unter demselben Gesetz wie die Organisation der Politik. Und .tatsächlich gilt das oberste Gesetz der Vernunft zunächst für das Individuum und konstituiert erst die Organisation. Diese Kongruenz ergibt sich aber auch daraus, daß die Politik des »geistigen Zionismus« durch das innerste Sein des Individuums bestimmt sein soll. Gilt also für jene eine Norm, so muß für das Individuum —- soweit seine Beziehungen zu den Mitmenschen in Frage kommen — eben dieselbe gelten. Umgekehrt will aber auch der Zionismus das persönliche Leben des Individuums bestimmen. Darum müssen wir prüfen, wie der Zionismus unser Zusammenleben mit den Menschen der Staaten, in denen wir jetzt leben, bestimmt, und wie er es bestimmen soll Eine Bewegung kann nicht selbst Zweck sein,- Zweck ist das Ziel, die Bewegung Mittel. Unser Ziel ist Zion. Wie werden wir es erreichen? Welche Richtung muß unsere Bewegung haben, welches ist das nächste Ziel? Der Zionismus will uns nicht unserer sittlichen Pflicht entziehen, sondern gerade das Bewußtsein unserer Verantwortung wecken oder stärken. Die Frage lautet daher jetzt: vermag die jüdische Bewegung das äktitvisische Streben: daß die Geistigen in den heutigen Staaten die Macht gewinnen, zu {ersetzen? Ist die jüdische Jugendbewegung Mittel zur Erfüllung unserer sittlichen Aufgabe? Das hängt einzig und allein von unserem Willen ab. Wenn wir uns ihr mit dem Willen anschließen uns für unsere persönlichen Aufgaben vorzubereiten und zu erziehen, ist sie es. Glauben wir dagegen, sie ersetze jedes andere* Streben, leann

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