Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 6 (9.1918)
- Date
- 1918-09-01
- Page
- Seite 224 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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224 Heinrich S ü ß k i n d: Abrechnung. unsere Tat mit eueren listigen Einwänden : Wirklichkeit, Gegebenes im Keime erstickt. Aber die Zeit der Knechtschaft ist schon vorbei. Gott hat uns das Land gezeigt. Und wir werden hinkommen. : Und euch bringen wir Haß entgegen. Brennenden, reinen vom Fleisch freien Haß! Denn ihr seid unsere größte Gefahr. Ihr, die ihr euch in Lüge unsere Führer nennt. Ihr, die ihr in der Partei sitzt und als unsere Führer geltet. Ihr werdet es bald erleben: Der Sturm bricht aus. Sein Brüllen wird euch erschüttern. Denn so kann es weiter nicht gehen. Die Zeit der Knechtschaft ist vorbei. 2. Otto Abeles hat es für notwendig gefunden, in einem Artikel gegen die »Geistigen« aufzutreten. Wann; werden diese Bürger, die es so gut vertragen, Zionist zu sein, das große Wort zu führen und dabei im Galuth zu bleiben, erkennen, daß sie in Dingen, von denen sie nichts wissen, zu schweigen haben? Wann werden diese geheiligten Evolutionisten, die sich diese Theorie um ihretwillen, daß sie noch genießen können <denn was später sein wird, geht sie nichts an) ausgedacht haben ihren Mund schließen, wenn von Dingen die Rede ist, die sie gar nichts angehen? Die Geistigen! Der Spießer denkt sich dabei Menschen, die nichts tun als schwärmen, die ihr Leben in Träumen vergeuden, die die Wirklichkeit beiseite lassen, um nur in Gedanken aufzugehen. Sie wissen nichts vom Unglück, von der Qual, von der ätzenden Ohn* macht dieser Geistigen. Was ist der Geistige? Ein Mensch, der die ganze Schändlichkeit, Niedrigkeit, Erbärmlichkeit dieser Welt erlebt hat, dem sie unaufhörliche Qual ist und in dem Sehn* sucht ist. Sehnsucht! Er kann nicht so leben, wie die anderen. Er kann nicht. Er sagt das hilflos und fast weinend wie ein unbeholfenes Kind. Er will anders werden! Und hier bäumt sich seine ganze Kraft auf. Hier entbrennt sein ganzes Wesen. Und in diesem Feuer schmilzt die fize Wirklichkeit. Ihre Kraft schwindet vor dem großen bestimmten ollen dieses Menschen. Und ein Ergebnis bleibt. Weg von hier. Weg von hier in unser Land. Auch um des Verreckens willen! Aber nicht hiejr bleiben! So besessen sind diese Menschen, so eingezeichnet ist in ihnen die Schande dieser Zeit, daß hier ihres Bleibens nicht sein kann. Und in Träumen, ja, hier wagen sie zu träumen, sehen sie ihr Land und ihr Leben. Aber nicht selbstgefälliges Genügen, nicht Genuß steht hinter diesen Träumen, nur Kraft, bewußte, gerichtete Kraft diese Träume in Wirklichkeit umzusetzen. Euch Alten aber, die ihr Systeme von uns verlangt, euch schreien wir ins Gesicht, wir haben keine und wollen keine.