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Jerubbaal · 1918-09-01 · 6 (9.1918) · p. Seite 222

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
6 (9.1918)
Date
1918-09-01
Page
Seite 222 (sequence 20)
Language
German
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222 Frau Dr. Mais^el-Sdiodiat: Was uns Not tut. Nachteil sein. Wir müssen 'nur den ernsten Wunsch haben, «das Wissen und Können mit der Ätfbeit aufs innigste verbinden 2u wollen. Wir haben eine furchtbar schwere Aufgabe: wir müssen alles aus nichts schaffen. Das Land ist 4ioch eine Wüste, das Wenige was da ist, ist technisch auf einer zu niedrigen Stufe, damit uns als Vorbild dienen könnte ,• jeder von uns muß so gut ausgebildet (dorthin $ehen, *daß er sein eigenes und der anderen Vorbild sein -konnte. Jeder der tmausge* bildet dorthin geht, so gut sein Wille auch :sein mag, so stark seine moralische Kraft, muß doch eine -gewisse £eit, als Last bezeichnet wer* den, &is 'ZT auf Kosten der anderen, sagen wir, meistens der 4cöloriie* sierenden Gesellschaft ausgebildet 'wird, und 'dabei wird seine Ausbildung noch bis in unabsehbare Zeit eine nur mangelhafte dort sein Jtönnen. Bs: ist deshalb tlie Pflrcht?eines jeden, der herüberzugehen gedenkt, seinen jeweiligen Aufenthai in Europa dazu zu' »benutzen, um sich womöglich sehr gut auf dem Gebiete -auszubilden, auf dem er in 'Palästina tätig zu sein beabsichtigt. Diese Notwendigkeit, sich in Eurqpa *gut auszubilden, bevor man nach Palästina igeht, trifft für alle Tätigkeitsgebiete gleich zu, denn nur unter dieser Bedingung können wir auf 'einen wirtschaftlichen Erfolg trotz der abertaüsenden Schwierigketten, denen wir auf jedem Gebiete in diesem noch unentwickelten Lande begegnen werden, hoffen. Ich hieit mich -ataer besonders bei <der Landwirtschaft und beim Haushalte auf, weil ich hier den Schwerpunkt unserer Arbeit sehe und die Haupt* aufgäbe der Hechaluzim. Selbstverständlich brauchen wir in Palästina alles, was ein normal lebendes Volk 'braucht, und es wird für all diese Berufe, die es unter den anderen Völkern gibt, Platz geben. Wir haben uns aber immer an dem wirtschaftlichen und intellektuellen Leben der anderen Völker außer der Landwirtschaft beteiligt. Das Volk muß in dieser Hinsicht gewissermaßen umsatteln — es muß aus dem Luftvolke, das aus der Luft lebte, bodenständig werden, und von dem leben, /was es durch seiner Hände Arbeit schaffen wird. Dies -Umsatteln ist ja eigentlich der Eckstein unseres ganzen neuen Nationalbaues, das wird auch unser Probestein sein. Die Arbeit, und zwar die landwirtschaftliche Arbeit, sollen wir zur Basis unseres neuen, selbständigen, nationalen Lebens machen. Das wird aber unserem Volke, das gerade daran nicht gewohnt ist, das instinktiv immer nach einer -anderen Richtung denkt und schafft, das sich gegen diesen Punkt immer am leichtesten versündigen wird, sehr schwer fallen. Und da es der schwerste Teil unserer schaffenden Arbeit ist und bleiben wird <—- muß es die Hauptaufgabe der Hechaluzim sein, durdi Selbstarbeit im Beispiel voranzugehen, durch früher erworbenes Wissen, Können und Erfahrung die Landwirtschaft zu fördern und weiter zu bringen, damit sie leichter und ertragsfähiger wird, und die Intelligenz den nötigen und möglichen Spielraum bei dieser Beschäftigung findet. Nun weiß ich, daß die meisten, die hinüberzugehen gedenken, die Frage ^beschäftigt, wie sie dort existieren werden, welche Berufe die besten wirtschaftlichen Aussichten haben. Es läßt sidi aber kaum mit Genauheit heute etwas darüber sagen. Wer weiß, wie das Leben sich in Palästina nach dem Kriege gestalten wird? Wer weiß, welche Gebiete

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