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Jerubbaal · 1918-09-01 · 6 (9.1918) · p. Seite 221

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
6 (9.1918)
Date
1918-09-01
Page
Seite 221 (sequence 19)
Language
German
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Was uns Not tut 221 gehören, nicht auf der Höhe standen, wie die rein männlichen Arbeitsgebiete, Auf der Farm Ben-Schemen sind seit einigen Jahren Geflügelzucht, Milchwirtschaft und Gemüsebau eingeführt und werden gut be^ stellt, so daß hier eine gewisse Anzahl von Mädchen sich landwirtschafi> lieh in diesem oder im anderen Zweige ausbilden kann, je nach dem, inwiefern der jeweilige praktische Leiter dieses oder des anderen Zweiges Die einzige Ausbildungsstätte für Mädchen war die Mädcfaenfarm. Leider war sie viel zu klein im Vergleich zu den vorhandenen Bedürfe nissen, und war auch nicht auf der gewünschten Höhe, was die Technik und die Einrichtung betrifft. Und trotzdem sind die Mädchen, die in der Mädchenfarm ausgebildet wurden, die einzigen Trägerinnen land* wirtschaftlicher Kultur,- was die Zweige betrifft, in denen die Frau sich hauptsächlich beteiligt. Nur dank diesen leidlich ausgebildeten Mädchen wurde es möglich, die große Zahl der beschäftigungslosen Arbeiterinnen in Gemüsebaugruppen zu verteilen und zu beschäftigen. In der ganzen Welt ist es üblich, daß nach einem zweijährigen Schulunterrichte man zuerst als Gehilfin unter Leitung tüchtiger Landwirte beschäftigt ist, um von deren reicher Erfahrung zu genießen und nur nach mehr oder weniger langjähriger Praxis einen selbständigen Posten zu übernehmen. Bei uns munten aber die Mädchen meist direkt nach Absolvierung der Mädchen^ farm selbständig in Gemeinschaft mit noch 10^-15 meist unausgebildeten Genossinnen arbeiten. Denn die Zahl der in der Haus- und Landwirtschaft ausgebildeten Mädchen ist so klein, daß jeder einzelnen, bevor sie noch mit ihrer Ausbildung richtig fertig ist, schon wichtige Aufgaben warten, und sie sich verpflichtet fühlt, so schnell als möglich den ihrer harrenden unausgebildeten Genossinnen zu Hilfe zu kommen. Außerdem gibt es im Lande kaum viel Frauen, die selbst so gut ausgebildet sind, daß die Mädchen unter ihrer Leitung was lernen könnten. Selbstver^ ständlich können diese kleinen Frauenwirtschaften nicht auf der Höhe stehen, wie wir es uns gerne wünschen, trotzdem dabei mit ungewohnt licher Liebe, Fleiß und Selbstlosigkeit gearbeitet wird und oft viel Intelligenz und Initative zu merken ist. Es fehlt uns an einer großen Zahl gut ausgebildeter, mit viel Erfahrung ausgerüsteter landwirtschaftlicher Arbeiterinnen, die uns die weitere Gründung kleiner Frauenwirtschaften, deren weitere Ausbildung und Vervollkommnung ermöglichten, die als wünschenswerte Genossinnen in die männlichen Genossenschaften eintreten konnten um den Haushalt und die landwirtschaftlichen Arbeitszweige der Frau dort auf die nötige Höhe zu bringen und immer vor*- wärts zu schieben, die an der landwirtschaftlichen Erziehung der neu heranwachsenden Generationen und der aus dem Golus unvorbereitet Heranwandernden tatkräftig teilnehmen könnten. Es fehlt uns auf dem Gebiete der Landwirtschaft an Tradition und Instinkt, wir müssen es durch Wissen und Können ersetzen, was uns bei unserer natürlichen Intelligenz nicht allzu schwer fallen darf. Und ich bin überzeugt, wir werden dann den Konservativen, für alles Neue, was die Wissenschaft bringt, ein taubes Ohr schenkenden Bäuerinnen gegenüber nicht im 17

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