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Jerubbaal · 1918-09-01 · 6 (9.1918) · p. Seite 216

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
6 (9.1918)
Date
1918-09-01
Page
Seite 216 (sequence 14)
Language
German
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216 Fritz Sternberg: Die Bodenfrage. soziales Leben aufbauen können und die herrschenden Wirtschaftssitten der eingesessenen Bevölkerung einer Regelung der Bodenfrage in unserem Sinne sehr nahe sind. Emile de Laveleye hat in seinem Buch »Das Ur* eigentum«, das Carl Bücher übersetzt und ergänzt hat, nachgewiesen, daß bei allen Völkern, wenn auch nicht gemeinsamer Betrieb, so doch gemein* sames Eigentum an Grund und Boden geherrscht hat, und bei den in Palästina lebenden' Fellachen ist noch heute der Grund tind Boden Besitz des Dorfes, der Gemeinde, nur der Betrieb ein selbständiger; "An diesem Punkte werden wir in Palästina einzusetzeil haben. Dem Bewußtsein der Jugend muß es eingehämmert werden, daß die Bodenfrage nicht etwa eine Gelehrtenfrage ist, daß ihre Lösung die Vor* aussetzung bildet für eine Gliederung des Volkskörpers, der die Ver* wirklidiung eines echten Gemeinschaftslebens ermöglicht. Nach der negativen Seite hin kann man unsere Forderung exakt formulieren: Beseitigung des Privateigentums in römisch^rechtlichem Sinn an Grund und Boden,- ernste,, schwere Arbeit wird vergehen müssen, bevor wir sagen können, was an Stelle des Privateigentums zu treten hat. Nur dies wissen wir schon heute: In irgend einer Form wird das Obereigentum der Gemeinschaft statuiert werden,- welche unheilvollen Folgen das Privateigentum an Grund, und Boden hat, können wir an einem jüdischen Beispiel außerhalb Palästinas konstatieren: Nach einem Werk der J.*C.-A. über die ökonomische Lage der Juden in Rußland war von der russischen Regierung den jüdischen Kolonisten im Chersoner Gouvernement im Jahre 1804 gleiche Teile Landes zur Verfügung gestellt worden,- im Jahre 1898, also nach knapp 100 jähren, ergab sich folgendes Bild: Die Gruppen nach dem Bodenbesitz Durdip^jfj^^u Besitzfläche Schnitts- ^amilienzahl Dessiatin hesitz in Absolute Relative Absolute Relative Dessiatin Zahlen Zahlen Besitzlose . . . - . . Familien die bis 5 Dessiatitl Land, besitzen . Die 5—10 Dessiatin besitzen Die 10^20 Dessiatin besitzen Die mehr als 20 Dessiatin besitzen . . 611 19'!% ' — 3.8 8.5 15.3- 483 836 728 15.2% 26'2% 22.9% 1822 5.1% 7095V2 19-8% 11128V* 3*-°% . . 30.0 529 16.6% *5 857 44- *% . . . . 11.5 3l87 100 % 359°3 100 % Ein Sechstel der Kolonisten besaß fast die Hälfte des gesamten Boden* areals,- wir brauchen dem nichts hinzuzufügen. In Palästina selbst kann man. einen großen Teil unserer Kolonien, um ein Wort Oppenheimers zu gebrauchen, auf nationales Verlustkonto buchen, da die jüdischen Pflanzungs* Kolonien zum großen -Teil auf arabischer Arbeit aufgebaut sind. * Die Jugend, die Palästina durch Arbeit jüdisch zu machen gedenkt, muß sich von der^ Vorstellung befreien, als sei das Land eine Ware wie

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