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Jerubbaal · 1918-08-01 · 5 (8.1918) · p. Seite 199

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
5 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 199 (sequence 37)
Language
German
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Menschen .■—* Bücher Bewegungen-/ 199' sichten um das Jüdische der Jugendlichen sorgenden Menschen zu ihrem Schutze vor den derzeitigen Führern auf. Die Gefahr, daß die im Munde gereifter und geschlossener Persönlichkeiten gültig klin* genden Worte großer Forderung und Geste von journalistisch verderbten Nachbetern wie eine billige Ware ge^ handhabt und entwertet werden, ist hier eingetreten/ sie deutet sich übrigens auch an manchen Stellen dieser Zeitschrift bedrohlich an. Anstatt bescheiden und streng gegen sich selber <wofür unver* dorbene Jugend immer Verständnis und Dankbarkeit hat) zu sagen, daß sie für die schlimmen Fehler des Büchleins um Verzeihung bitten, auch für das wahU lose Durcheinanderschütten jüdischer mit gojischen Liedern, schreiben sie im Vor*r wort: »Es ist fast vier Jahre her, seit das erste Liederbuch erschien und in dieser Zeit ist unser Verhältnis zu den Liedern uriseres Volkes ein anderes, ein engeres geworden. Denn was in der ersten Auflage nur ein Versuch schüchterner Romantik, ein tastendes Bemühen um die Wiederbelebung des jüdischen Volksliedes für die westliche Judenheit war, das ist heute ein Aus* druck unserer eigensten Wesensart geworden. — Von einer Scheidung des Materials in einen deutschen und einen jüdischen Teil sehen wir daher im Gegen* satz zu anderen Liedersammlungen ab/ wir brachten die Lieder, wie wir sie singen und meinen so am besten unserer Art zu entsprechen. — Es ist nicht übertrieben, wenn wir behaupten, daß sich das jüdische und das hebräische Lied bei uns mehr als Verständnis, daß sie sich in unserem Herzen 'einen Platz errungen haben.« —- Dies aber ist nicht* nur übertrieben, es ist im Kern un~* wahrhaftig. Die Gesinnung, die sich indiesen Zeilen verrät, ist ohne Frage das Verwerflichste an dem Buch und unvergleichlich bedrohlicher als seine sonstigen schlimmen Mängel. Mit ihr. werden sich die Jugendlichen rücksichtslos auseinanderzusetzen haben. An dem unerbittlichen Ton dieser Bemerkungen sollten sie sich nicht stoßen. Errichtet sich dagegen, daß die, welche in dieser Zeit der Verwirrung und der Phrase die Entfesselung der jüdischen Jugend und ihren Aufruhr gegen das bisherige westjüdische Nationalsein herbeiführen sollten, solche sind, die selber in vielen entscheidenden Angelegenheiten ihrer menschlichen und ihrer jüdischen Persona lichkeit der Leitung und Führung bedürfen. Es ist besser, heute hart sein, bloßstellen und ein Exempel zu sta* tuieren, als morgen das Schädigende und aus falscher Duldsamkeit Nicht* entthronte sich wieder betätigen und schlimme Frucht zeitigen zu sehen. <Cheder, wörtlich Gemach, Stube,, der Raum, in dem ostjüdische Kinder von' frühestem Alter an unterrichtet werden,* dann Bezeichnung für diese Schule selber, die uralt ist, im westeuropäischen Schul* wesen kein Seitenstück hat und eine der bedeutsamsten Einrichtungen der Volks* kultur darstellt/ Mlize, wörtlich ver* schlungene, rhetorische. Rede, der etwas schwülstige, Bilder häufende Stil des letzten Jahrhunderts in der weltlichen, hebräischen Literatur, den am glücklichsten zuerst wohl Mendele überwunden hat.) Fritz Mordechai Kaufmann/ Mensdien — Bücher — Bewegungen Die Toten für die Lebenden. <Anläßlich . des Erscheinens der deutschen Ausgabe des-Buches »Jtskor« im Jüdischen Verlag, Berlin.) ' Wenn auch die in Palästina ver* streuten jüdischen Siedlungen heute noch keineswegs eine Gemeinschaft darstellen, weder im jüdisch*ethischen, noch im so* ziälen Sinne, ist dennoch das Blut, das zu ihrem Schutze sich in die jüdische Erde fraß, für die Gemeinschaft geflossen. Es ist die Historie der künftigen Ge* meinschaft, jener, die wir, die jungen/ aktiven Juden, aus unserem innersten'und bewußten jüdischen Empfinden erstreben, mit dem Blute junger Juden in die Historie der Völker eingetragen, und wenn die 15*

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