Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 5 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 184 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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184 Frida Schiff: Das Zion, das durch Gerechtigkeit erlöst werden wird, will, <laß wir uns selbst gerecht werden, damit wir es in uns lösen, denn der Weg nach dem Zion, das wir erstreben müssen, kann nicht unvorbereitet beschritten werden. Jeder Einzelne muß mehr hergeben als je ein Mensch hergab, der sich die Heimat erzwingen wollte. Mehr als Blut, mehr als Sdimerzen, mehr als Tod. Unser Zion fordert unser Innerstes, unsere größte Liebe, unser größtes Erkennen und unser größtes, tiefstes Gerechtwerden dem Geiste unseres Judentums. Diese unsere Gerechtigkeit wird .die Zange sein, mit der wir unser Zicn dem unverständigen Jahrhundert entreißen werden. Eugen Höflich. Entscheidung zum Volke. Ein Brief. L. K. Ich will wieder einiges für uns beide als unser Resultat des heutigen Diskussionsabends notieren. Der Mensch wird in die Welt gesetzt, ungefragt. Ebenso ungefragt wird er in die Tatsache Mann oder Weib, ebenso in die Tatsache: Volk eingestellt. Jedoch: »Alle anderen Dinge müssen,- der Mensch ist das Wesen welches will«. <Schiller, Über das Erhabene.): Durch seine Bewußtwerdung gelangt der Mensch aus der Einheit der Trieb*Bestimmtheit zur Zweiheit, zur Entscheidung zwischen Gegebenem und Gewolltem. Er gelangt zu einer Wahl: An welcher Freiheit keine Macht der Tatsachen etwas ändern, wovon kein Zugrundegehen etwas fortargumentieren kann. <Durch diese Situation der freien Entscheidung einerseits, der Macht der Natur anderer* seits, welche beide sich in ihren Einzelresultaten decken können, aber nicht müssen, erweist es sich/ daß man das Wesen des Menschen nicht als kosmisch auffassen kann, sondern vielmehr, wenn man sein Wesen gerade in dem erkennt was nur ihm eignet und ihn bedingt, prometheisch nennen muß.) Diese Entscheidung muß nicht lange dauern, ja sie kann vom Einzelnen als für seine Person überflüssig empfunden werden, oder muß überhaupt nicht dem Bewußtsein des Einzelnen sich als eine Möglichkeit darstellen: Das ist ganz gleich, nur muß, sofern das Wesen des Menschen, die Frei* heit, gewahrt sein soll, seine Bejahung eine solche sein, die jeder Ent* Scheidung standhalten könnte, jede mit umfaßt, keine scheut. Die Entscheidung kann aber natürlich auch sehr bewußt, langwierig und schmerzhaft verlaufen. Ja, in gewisser Zahl wird jede Gruppe, die Menschheit, das Volk solche Menschen hervorbringen, die sich bewußt und schwer entscheiden. Sie bedarf jener mit gesetzmäßiger Notwendigkeit zur Scheidung von Depressionselementen*) und lebensfähigen Elementen.*) Denn Bewußtsein *> Wobei diese Bezeichnungen nur vom Standpunkte der Erhaltung der betreffenden Gruppe Wertungen beinhalten können!