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Jerubbaal · 1918-08-01 · 5 (8.1918) · p. Seite 183

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
5 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 183 (sequence 21)
Language
German
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Axiome zur jüdischen Gemeinschaft. 183 Unsere Gemeinschaft will, daß wir zur Religiosität zurückfinden, die uns abhanden kam, als wir freigelassen wurden. Ein Judentum ohne Religion ist ein Nonsens, eine »Wiedererweckung« eines Volkes, das durch alle Zeiten einzig und allein durch seine Religion zusammengehalten wurde, ohne Religion ist eine totgeborene Sache. Judentum und jüdische Religion ist eins. Untrennbar ineinander verzahnt. Den Massen, die ein »aufklärendes« europäisches Jahrhundert falsch verstanden, die nicht begriffen, daß Bewegnisse, die Europa angemessen sind, Europas Geist sich entwanden, für sie unnatürlich, sie zersetzend sind, diesen jüdischen Massen muß im Lande, das uns Heimat ist, eine Masse zur Seite gesetzt werden, die jüdische Religiosität als Höchstes mit sich führt, die Masse unserer Brüder, die Asien nie verließ. Zu wenig Augenmerk wandte man ihnen zu, den Juden aus Indien, aus dem Kurdistan, aus Persien, und den rassenreinsten unter uns, den y*emeniten. Was »westliche« Juden von ihnen aufnehmen können in Angelegenheiten der Erhaltung des jüdischen Volkes, ist wertvoller als alles, was ihnen von Europa kommen kann. Unsere Gemeinschaft propagiert die Mischung der aus Europa kommen^ den Juden mit den Juden Asiens. Vielleicht wird endlich der Jude begreifen, daß es Assimilation im wahrsten Sinne des Wortes ist, wenn man mit den Kleidern der Umwohnenden auch ihren Geist als Kleid annimmt und daß es Hochverrat ist, wenn man ihn in die alte. Heimat einschmuggelt. Vielleicht wird es allmählich klar, daß der Geist des Judentums eine spezifisch jüdische, nationale und religiöse Kultur fordert, eben weil, wir Juden sein wollen, nicht aber Apostel, Missionäre Europas, Schrittmacher unserer Unnatur. Wir wollen nicht Aristokraten sein, nicht Kommunisten: keinerlei Ismus möge uns Programm sein. Vielleicht bringen wir es einmal sogar so weit, daß wir überhaupt kein Programm benötigen, es sei denn dieses, daß wir Juden sein wollen: jüdische Menschen. Bis dahin aber tut ein Mann not, ein Mann, der gleicher Weise Führer ist und Prophet. Nicht ein Führer des Wortes, sondern ein Führer der Tat. Ihm müßte die Jugend folgen, die Jugend des Judentums. Es wäre eines der grundlegenden Axiome zur jüdischen Gemeinschaft, die der jüdische Geist durch einige Wenige pro^ pägiert> hier die Augen zu öffnen und die Brücke zu zeigen, die, um Schwadrons Wort zu gebrauchen, von der »Zionisterei« endlich zum Judentum, nach Zion führt. Ich grüße die Schomrim Palästinas, die Träger der Wiedergeburt. Sie sind die Pfeiler unserer Gemeinschaft, aus ihnen werden die Säulen Zions erstehen, wenn längst der Chamsin die merkantilistisdien Versuche einer jüdische^ Gemeinde mit Wüstensand überdeckt haben wird. Jüdische Gemeinde? Nein! Spekulanten jüdischer Rasse. Ihnen widme ich meinen Reim: »Zum Tor der Hoffnung!« Okkasion! O unsrer Hoffnung größter Hohn! Der Bauer adeert Bodenrente Und auf die Hoffnung nimmt er Provision. 14*

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