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Jerubbaal · 1918-08-01 · 5 (8.1918) · p. Seite 180

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
5 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 180 (sequence 18)
Language
German
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180 Eugen Hoe'flidi: Europas, Kopf eines Körpers, der nicht der eure ist. So ging nicht die Verheißung. Unser Bund mit Gott war der Bund des auserwählten Volkes mit seinem Gotte und wie er uns einst auserwählte aus den andern Völkern, wollen wir uns heute wieder auserwählen zum Volke, um Gott unser Bündnis zu halten. In unserem Lande ist die Quelle, die unsere Kraft wieder erstarken läßt, um dem Geiste die Lebensfreude wieder beizugesellen, das Wissen auch um das, was wir in die Welt des Gegenständlichen stellen. Trotzdem aber ist Zion keine politische Angelegenheit: wir dürfen es nicht herabzerren in die Zufälligkeiten des politischen Handels, in die Zufälligkeiten der Waffen, die ein Zion wohl in diese unsere Tage stellen können, ein Zion aber, das vielleicht gar nicht in uns ist. Dieses aber ist das Ziel alles Verheißens, aller Liebe und aller unser messianischen Hoff* nung: das Zion, in dem wir leben, muß wieder in uns sein, wie es in uns war, als wir —* unsere Beduinenzeit lag noch nicht weit hinter uns — als wir im Feuer der Offenbarung den Jöoden des Landes küßten. Wenn heute Manche unter uns in die Politik des Tages eingreifen, geschieht dies zwar, um das Los unserer Brüder in der Galuth zu verbessern, doch diese Beschäftigung und ihre Ergebnisse sind keineswegs wesentlich für das Zion, das wir erstreben müssen, wenn wir überhaupt Berech* tigung haben wollen, zu sein. Man möge mich nicht mißverstehen: ich sage es aus der Überzeugung heraus, daß diese Politik des Tages, wie sie heute in Europa geschieht eine schmähliche Gaukelei ist, die die Massen leicht fasziniert und nicht die schlechtesten Köpfe in ihren Bann reißt. Darum lehne idh sie ab, weil in ihr die Gefahr liegt, daß das Ziel ver* gessen und die Forderung reduziert und das Zion zum vagen program* matischen Traume wird, zum Schlagwort und zum Deckmantel. Viele jüdische Politiker dieser Tage haben auch schon die größte Forderung der Menschheit, die unteilbarste in eine Maximal* und in eine Minimal* forderung geteilt, wobei die Maximalforderung, Zion, ein außer des wirklich beabsichtigten Erzielens liegender schemenhafter Begriff wurde, auf den sie schließlich im politischen Betriebe des Tages ganz vergaßen. Nun geben sie wohl Worte von Zion, aber was in ihnen ist, ist nicht Zion, ist ein unverstandenes verzerrtes Abbild unseres Unbedingten. Wenn wir heute, in dem Augenblicke da die Selbstzertrümmerung Europas schier ihren Höhenpukt erreicht, in die Posaunen blasen und zum Sammeln aufrufen, ist dies kein Widerspruch, ist dies wohl eine politische Tat, sie ist aber aufs Ganze gerichtet, Tat aus sich selbst und nicht Zweck, sie ist Wiederproklamierung unserer einzigen ursprünglichen und unteilbaren Forderung: Zion. * Zion ist kein geographischer Betriff. Es ist wohl Wiege, Land, Urgrund und Brde. wohl ist es Quelle, Feuerberg, Tal der Sehnsucht, Sonne und schattender Baum, es ist aber mehr noch als dies: es ist Zentrum.^Aller unserer Wünsche, alles unseres Denkens und aller unserer großen Liebe Mittelpunkt ist es. Und mehr noch: es ist Symbol. Es

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