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Jerubbaal · 1918-08-01 · 5 (8.1918) · p. Seite 179

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
5 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 179 (sequence 17)
Language
German
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Eugen Hoeflieh: Axiome zur jüdisdien Gemeinschaft. 179 Axiome zur Jüdisdien Gemeinschaft. <Meinen Freunden vom Hopoel hazair in Jerusalem.) Ehe wir darangehen, uns neu zu konsolidieren, müssen wir vorerst uns vollends klar werden, daß wir unerhört Neues, in allen Belangen Neues, unserm innersten jüdisdien Wesen Entspringendes in die weit setzen wollen. Wir müssen uns klarwerden, daß wir in Palästina keines^ wegs eine europäische Kolonie zu gründen haben, ein Staats^ oder Gemeinschaftsleben, das auf europäischen Bedingnissen basiert, euro^ päischer Weltanschauung Folge ist, das, die uns in Europa aufgepfropfte Ethik als Staatsethik proklamierend, alles Leben seiner Bewohner weiter so auf sie einstellt, wie wir es bis nun in Europa <das ist ja stets auch Amerika), dem Drucke folgend, tun mußten. # Zion ist keineswegs ein Politikum. Unser Wille zur Gründung unserer neuen Gemeinsdiaft hat nichts gemein mit dem Wünschen, das einem Saint Simon, einem Thomas Moore vorstand ,• ihnen fehlte das, was uns Lebensberechtigung ist: der historische Zwang unserer Sendung, die nicht nur Historie oder Überlegung ist, sondern Blut, die aus unserer Geistigkeit täglich neu erwächst. Unser Wille zur jüdischen, wirklich jüdischen Gemeinschaft in Palästina, ist eine Forderung, die auf keiner poli^ tischen Angelegenheit des Tages sich gründet. Sie ist eine sittliche, eine menschliche Angelegenheit. Ein Faktum, das nicht allein für das Judentum, sondern auch für die Menschheit von größter Wichtigkeit ist, denn die Gründung einer neuen Gemeinschaft in Palästina gibt der Menschheit wohl zum letzten Mal Gelegenheit einen Versuch zur sittlichen Regeneration der menschlichen Gesellschaft zu machen. Wir müssen erkennen, daß die Begründung unserer Gemeinschaft nur das nächste Ziel unseres Willens ist, daß aus ihr jene Moral und jene alle menschlichen Lebensäußerungen bedingende Anschauung des Lebens erwachsen muß, die die ganze Menschheit von der Kette der Entmenschlichung durch den merkantilistischen Wahn befreit. Wie jede Lehre von Asien ausging, wird auch diese Lehre aus Asien kommen, seiner vornehmsten Quelle entfließen: Zion. Nicht unsere leibliche Not stellt den Satz in die Welt: »Zion den Juden!« sondern unsere geistigen Notwendigkeiten, unser innerster Drang, die Welt in uns zu erlösen, Lösung zu geben und Lösung zu nehmen. Dazu aber muß uns ein Land sein, unser Land, denn unsere Sendung ist mit dem Lande verknüpft, untrennbar verzahnt. Wohl gingen wir in den Jahren der Fremde nicht zugrunde, wir schlössen uns aneinander und blieben trotz alles Geschehens um uns, mehrweniger das, was wir waren: Juden. Es schwanden aber in der Zeit der Fernheit vom Lande die Bedingnisse des Körpers, seine Fähigkeiten und wir verfielen zur geistigen Rasse, zur »abstrakten« RasSe. Unsere Körper wurden schwächer in dem Maße, als unser Geist sich verfeinerte, unsere Muskel schwanden, da unsere Gedanken stiegen, So aber ging nicht die Verheißung: Zergeistigt sollt, ihr sein, Geist der ganzen Welt, Gehirn eines euch wesenfremden

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