Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 5 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 178 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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178 Albredit Hell mann: Revolution der Jugend. lichkeits^Glücks zu Boden geworfenen Volkes und den Leiden seiner von ihren Landesfürsten wie Vieh in fremde Länder verkauften Volks* genossen zu teuer erkauft. Unterliegen wir nidit der in jenem Worte enthaltenen Versuchung. In seiner letzten Versuchung schrie Zarathustra, Verkünder nicht des Menschlichen, sondern des Übermenschen, nicht der Persönlichkeit, sondern des Überpersönlichen: »Trachte ich denn nach Glücke? Ich.trachte nach meinem Werke!« Es geht hier nicht um Glück oder Unglück,- um die Sache geht es, mein, dein, unser* Werk/ es geht um Gott. Hier beginnt die letzte Entscheidung, die Wahl zwischen seelenlosem Glück und der göttlichen Seele. Der Weg zu Gott ist der Weg der Seele. Sein Erdreich und Boden ist dieHin* gäbe und das Opfer, sein Wanderer und ver sacrum die Jugend. Und die Kraft, die ihn besiegt und hinter sich läßt, ist die Revolution der Jugend. VII. DIE REVOLUTION DER JUGEND. Warum haben alle Revolutionen, alle schaffenden Bewegungen der Menschheit bisher in Chaos, Vernichtung und Rasen geendet, deren Erben dann Reaktion, Unterdrückung und Stillstand waren? Weil die Revolutio näre n i ch t s e 1 b st r e v o 1 u t i o n i e r t w a r en und nur andere revoJu* tionieren wollten. Höchstens der Geist war revolutionär, nicht aber die Seele. Es gab bisher im Grunde nur Hungerrevolten, Sklavenaufetände, Klassenkämpfe -~ nie die Revolution der Seele. Die Revolution der Jügend ist keine Revolte gegen das Alter. Sie ist die Revolutionierung der Jugend selbst. Sie isut nicht Kampf gegen andere, sondern gegen sich selbst. Sife will nicht die andern verwandeln, bevor nicht sie selbst, die eigene Seele gewandelt ist. Sie macht nicht andere leiden um des eigenen Glückes willen, sondern leidet des Glückes aller wegen. Sie klagt nicht das Schicksal an und findet nicht die Zeit schuldig, sondern fühlt sich selbst an allem Elend und aller Erniedrigung schuld und verurteilt sich. Sie dient nicht sich, sondern ihrem Volke. Sie hört nicht bei sich auf, sondern beginnt bei sich und meint sich selbst. Sie opfert nicht die anderen, sondern sich selbst. Die Revolution der Jugend ist die Revolutionierung, die Erschütterung und Verwandlung der Seelen. Ihr Panier sei aufgeworfen über uns, über die jüdische Jugend, die es heute noch nicht gibt und die kommen soll. Die Fahne, die'über unseren Häuptern, über dem jüdischen Volke sich entrollt, wird, wenn wir sie nicht sinken lassen, einmal über allen Völkern wehen. Bereitet dem Volke den Weg! Er ist der schwerste, den je Merischen gegangen sind. Er fordert nicht nur eueren Leib und euer Leben, er fordert auch das Opfer eurer Seele, Machet Bahn, machet Bahn! Sie braucht den Mörtel eures Bluts und euer aufgesprengtes Herz zu ihrem Ziel. Drüben wartet das Ungeheuere. Gehet hin, gehet hin durch die Tore! Albrecht Hellmann.