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Jerubbaal · 1918-08-01 · 5 (8.1918) · p. Seite 169

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
5 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 169 (sequence 7)
Language
German
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Vor dem jüdischen jugendtag in Deutschland. 169 scher Persönlichkeiten, das Kenntlichmadien der Grade und Normen der Intensität an Lebenswillen unseres Volkes, die Wirtschaftsgeschichte, die Literatur, die Liturgie, das Lied, die Philosophie — all dieses harrt noch der Erfassung des jüdischen Menschen, der mit Liebe, Ehrfurcht, Treue und Wahrhaftigkeit ans Werk geht. Für die drei letztgenannten Aufgaben wird ein Erziehungsamt zu gründen sein, das im engsten Zusammenhang mit dem Kulturausschuß steht. 14. Hand in Hand mit diesem Erfassen des Vergangenen, des Seienden aus dem Werdenden muß eine Vertiefung in die augenblickliche Lage des jüdischen Volkes gehen. Die Bedingungen, unter denen das Volk lebt, die Wirtschaftsfragen, die sozialen, religiösen und kulturellen Be* dürfnisse und Interessen, die das Volk beherrschen all das muß lebendiges, geistiges Eigentum des jüdischen jungen Menschen sein. Die Anomalie und die Gefahren unseres Galuthdaseins klar erkannt und aus* gesprochen werden. Der jüdischen Jugend darf nichts Jüdisches fremd sein* Sie muß sich daher der Schwere des Judenproblems voll bewußt sein und ihre Bemühungen in die vorhandenen Bestrebungen einordnen. Die Frage, ob politische oder unpolitische Erziehung, ist zu akademisch. Die Notlage des Volkes fordert jeden Menschen, den ganzen Menschen. Wenn auch die Jugend ein Teil ihres Glückes opfern mußte,- es gilt das Höchste: das Leben der Nation. 15. So fordert die national*jüdisdie Jugend vom Einzelnen sein ganzes Leben, sein ganzes Wesen. Nicht im JNamen einer Organisation oder einer Gruppe oder einer abstrakten Idee stelle ich diese Forderung, sondern weil das Volk der Mitwirkung, der Anteilnahme jedes Menschen in seiner ganzen Leistung, in seiner ganzen Hingabe verlangt. Und weil die Jugend gerade durch ihre Reinheit, durch ihre ungebrochene Kraft, durch ihre noch unberührte Empfänglichkeit für die Idee, durch ihre ungetrübte Anschauungsweise des Lebens und der Wirklichkeit besonders befähigt und berufen ist, dieses Werk an der Nation für die Menschheit zu erfüllen. SONDERTHESEN. 1. An der Tatsache, daß zur Zeit Erez Israel —- der Mittelpunkt unserer Gedanken und Bestrebungen — sich in furchtbarer Not befindet — unsere Brüder und Schwestern dort unter Hunger, Krankheit, Elend schwer leiden — an dieser Tatsache darf die jüdisch-nationale Jugend nicht vorübergehen. Die kommenden nationalen Trauertage geben ihr Gelegenheit, sich für Erez Israel einzusetzen. Ich greife hierbei auf einen längst vergessenen Vorschlag eines Prager Bär Kochbaner zurück und fordere, daß in den ersten neun Tagen Ab sich jeder junge jüdische Mensch in seiner Lebenshaltung einschränke und den materiellen Unterschied der jüdischen Bevölkerung Palästinas zukommen lasse. Dies ge* schieht naturlich in Stille und Bescheidenheit und hat mit dem in Deutsch* land üblich gewordenen Sämmelwesen nichts zu tun. 2. Unseren Freunden, die an den blutigen Schlachten teilnehmen und die sich schon jahrelang im Heere in einer ihnen fremden Umgebung

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