Mannheim
Compact Memory

Jerubbaal · 1918-08-01 · 5 (8.1918) · p. Seite 168

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
5 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 168 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3776398-6437699-6437757--200-3776591
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

168 Max Kobcr: die Namen unserer Kolonien oder der geologischen Schichten und die Exportzahlen von Jaffa aufzusagen. Dies ist natürlich nicht gemeint. Aber er muß seine Heimat kennen, an ihrem Leben, an ihrem Aufbau — wenigstens durch Orientierung und Theorie teilnehmen. Er soll auf Erez Israel sein Sinnen und Trachten richten. Jeder junge Mensch unserer Kreise sollte wenigstens eine Idee für den Aufbau Erez Israels bei sich tragen oder äußern. Jeder Akademiker oder Kaufmann oder Volkswirt soll sein Fachwissen in die Bedingungen Erez Israels einordnen, damit Zion durch das ganzeVolk aufgebaut werde, damit Zion ein Werk der jüdischen Jugend werde. Dies bedeutet natürlich nicht: bleibet in Berlin oder Harn* bürg und schickt an das E. A. C. oder das Palästina*Amt eure Pläne,- die »andern« werden sie schon ausführen. Nein, das wahrhaftig nicht. Aber wir wollen ehrlich sein: Nur ein geringer Teil von uns wird und kann bald hinübergehen. Aber ilal Israel, die ganze jüdisch*nationale Jugend ist verpflichtet, ihre Intelligenz, ihr Wissen, ihre Erfahrung, irgend ein Stück ihres Wesens für den Aufbau von Erez Israel zu liefern. 9. Die jüdische Jugend ist sich vollkommen bewußt, daß jede Arbeit für ein Volk starke Nerven und einen gesunden Körper verlangt. Wir wissen auch, daß wir in der körperlichen Ertüchtigung noch viel zu leisten haben. Es gehört daher zum dringendsten Aufgabenkreis der jüdischen Jugend, durch Sport, Turnen, Wandern, Spielen diese nationale Aufgabe zu erfüllen und diese Aufgabe stets im Vordergrund unseres Programms zu halten. 10. Neben der körperlichen Ertüchtigung muß ein Prozeß einhergehen, der die hygienischen Grundlagen unseres Lebens reformiert und erneuert. Fragen, wie Alkoholgenuß, der Früheste, überhaupt das sexuelle Problem müssen in unseren Kreisen eine den nationalen und sittlichen Notwendige keiten entsprechende offenherzige Behandlung finden. 11. Die deutsche Judenheit wird sich — voraussichtlich — nach dem Kriege mit der Frage der jüdischen Schule stark beschäftigen, an uns selbst tritt die Frage mit dem Aufbau Palästinas heran. Es liegt im Interesse der national*jüdischen Jugend, schon heute diese Fragen in ihren Betrachtungs* kreis zu ziehen und ihre berechtigten Forderungen zu stellen, damit der Abklatsch und die Wiederholung des bisherigen deutschen Typus ver* hindert wird. 12. Die jüdisch*nationale Jugend muß dem vorhandenen Mangel an Literatur,. Bildern und Spielen jüdischen Inhalts für die Erziehung, insbe* sondere für die Kindheit, durch Unterstützung aller solcher Bestrebungen, insbesondere der Arbeiten des Kulturausschusses, sowie durch eigene Bemühungen abzuhelfen suchen sowie durch Schaffung von Bibliotheken die Lücken auszufüllen. 13. Zu den Aufgaben der Jugend gehört das Lernen. Die Geschichte des jüdischen Volkes ist ein Gebiet/ wo sie diese Aufgabe erfüllen kann. Nicht das schematische Lernen ist gemeint, sondern das liebevolle Eindringen in den Lebensprozeß des jüdischen Volkes wird gefordert. Die Darstellung der herrschenden und unterdrückten Strömungen,, der Entwicklungslinien. von Zeremonien und Sitten, das Herausschälen jüdi*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.