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Jerubbaal · 1918-08-01 · 5 (8.1918) · p. Seite 167

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
5 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 167 (sequence 5)
Language
German
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Vor dem jüdisdien Jugendtag in Deutschland, 167 4. Wir wissen, daß wir die Notwendigkeiten des jüdisdien Volkes n i di t allein durch reine Gesinnung,, durch bloße Theorie erfüllen können <diol tauroh sch'en imoh melocho sauphoh beteloh). Wir halten es für unsere dringendste Pflicht, uns in unserem Beruf,« in unserem Wissen, in unserem Können zu festigen und zu steigern. Nur auf Menschen, die etwas gelernt haben, etwas können, die arbeiten können, kann sich das jüdische Volk und Palästina verlassen. 5. Ebenso notwendig wie die Einstellung unseres Berufes in den Dienst unseres Volkes ist die Verknüpfung der Jugend mit der sozialen Arbeit. In der jüdischen Auffassung steht die gemilath chassodim -~ die nie mit Philanthropie identifiziert werden kann, an oberster Stelle,- über dem Wissen und über dem Lernen. Ich wüßte nicht, wie die Jugend, die ihr Volk sucht, ihr Volk besser finden kann, als in der Arbeit fürs Volk. Nicht jeder kann und wird nach Palästina gehen,- die wenigsten bald — aber diese Arbeit, diese seelische Verbindung mit dem Volk, die mancher von uns auf dem Wege des Buches wohl begehen wird, muß heute, muß jeder heute beginnen. Wir wissen, daß das dem Streben jedes jungen Menschen entspricht. Und wir wissen, daß eine positive jüdische Forderung erfüllt wira und damit auch eine Vermittlung der jüdischen Werke, die in den östlichen Zentren des Volkes entstanden sind, gegeben ist. Eine Zentrale für soziale Arbeit hat auch hier die verantwortungsvolle Leitung. 6. Es gehört zu den Aufgaben der jüdischen Jugend, die Sprache des Volkes zu verstehen. Wir gehen hierbei von der Anomalie unseres Galuthschicksals aus, daß unser Volk zwei Sprachen besitzt. Wir müssen ' da wir die Grundlage des Volkes auf keine gefärbte Ideologie auf* bauen wollen — den allein realen Faktor berücksichtigen, daß unser Volk heute als Volk in seinen Siedlungen — außer in Erez Israel — jüdisch spricht. Die Verbindung mit der Geschichte des Volkes, mit seiner Erinnerung, mit seinen seelischen Eindrücken kann nur erfolgen, wenn wir die Sprachen des Volkes, — in denen es lebt, denkt, schafft verstehen, sprechen, fühlen. Doch betonen wir das Primat des Hebräischen. Und wissen, daß es nicht darauf ankommt, eine Sprache dazuzulernen, sondern daß ewer bedeutet: hinüberschreiten. Also sich in einen anderen Denkkreis stellen. 7. Für diejenigen, welche nach Palästina gehen, haben wir eine besondere Verantwortung. Nicht nur, daß sie auf unsere Veranlassung, durch unsere Gedankengänge und Forderungen bewogen wurden, nicht nur diese Verantwortung tragen wir, sondern wir sind auch verantwortlich für die Beschaffenheit, in der unsere Leute hinübergehen. Was sie leisten können, was sie ertragen können, was sie gelernt haben und was sie wissen. Nur Menschen, die arbeiten und ertragen können, dürfen hinübergehen. Wir sind verantwortlich für ihre Eignung und ihre Befähigung. Wir bedürfen daher einer Stelle, einer Zentrale, die die Befähigung prüft, Ratschläge erteilt und Forderungen stellt. Kurz eine Prüfungsstelle für die psychische, physische, sprachliche und technische Voraussetzungen und Bedingungen. 8. Bei allen Teilen der jüdischen Jugend muß eine gediegene Kenntnis von Erez Israel herrschen. Es braucht natürlich nicht jeder junge Mensch 13*

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