Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 5 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 166 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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166 Max Kober: Dieser Jugendtag hätte außerdem den organisatorischen Zusammenschluß auf Grund des weitherzigen Statuts vom 16. Juni zu vollenden. Wir werden es der Jugend immer wieder sagen: Wir wollen und meinen Zion. Um uhseretwillen. Um des Volkes willen. Aber dieses Be* kenntnis das uns mehr als Bekenntnis ist — muß uns anspornen, alle Fragen in größter ^Wahrhaftigkeit und Treue zu behandeln. So wollen wir uns und das Volk befreien. Der Jügendtag sei uns auf diesem Weg Warner und Führer. Solches erwarten wir vom Jugendtag! THESEN. 1. Es muß das Ziel aller jüdisch*nationalen Gruppen sein, nicht nur einhellig, ohne Reibung, nebeneinander zufällig miteinander zu arbeiten, sondern es gilt vor allem das Zusammengehörigkeitsgefühl zur jüdisch* nationalen Jugendbewegung zu schaffen und zu festigen. Das Bewußtsein: Wir alle gehören zur jüdisch*nationalen Jugend. Diese Verständigung muß sein, wenn wir Zion aufbauen wollen. Einer allein kann es nicht, eine Gruppe allein kann es nicht, aber alle zusammen werden es vollbringen <we jeossu culom achath rezaunchoh blewowt scholem)/ wenn sie mit ganzer Hingabe <blewow scholem) ans Werk gehen. 2. Über die Schaffung dieses Zusammengehörigkeitsgefühls der jüdisch* nationalen Jugend in Deutschland und Westösterreich hinaus gilt es, den Zusammenhang mit der jüdisch-nationalen Jugend außerhalb Deutschlands zu gründen und zu bewahren. Diese Aufgabe wird erst nach dem Kriege fanz zu lösen sein, aber schon heute gilt es, nach Möglichkeit die Vet* indung anzuknüpfen. Ich denke hierbei vor allem an die Jugend jüdischer Massensiedlung, wo sich der nationale Charakter; von außen am geringsten beeinflußt, am reinsten erhalten hat. Auf ihre Stimme müssen wir hören/ aut ihre Regungen achten. Wir müssen stets eingedenk sein, daß wir nicht der jüdische Flügel der freideutschen Jugend sind, sondern der deutsche der großen national*jüdischen Jugendbewegung aller Länder. 3. Iii dem festen Bewußtsein, unser Leben im Dienste des jüdischen Volkes der nationalen Notwendigkeit zu führen, halten wir es für unsere oberste Pflicht, unsern Beruf in diese Notwendigkeit einzustellen. Vor allem gilt dies für die Besiedlung Palästinas. Berufswahl, Berufseinstellung, Berufsumschichtung — diese drei Stadien der Erfüllung unserer Pflichten gilt es zu verwirklichen. Im Begriff, an diese Realisierung zu gehen, schließen wir uns den Leitsätzen unseres Freundes Glanz <Wien> an : »In diesem Sinne ist die jüdische Jugend entschlossen, sich ausschließlich jüdischen Berufen zu widmen. Als solche begreift sie 1. jede Arbeit, die in der jüdischen Wirtschaft in Palästina ausgereift wird, 2. jene Arbeiten, die an den Orten jüdischer Massensiedlung sich völlig im jüdischen Milieu vollziehen, 3. solche Berufe, die zwar außerhalb der jüdischen Wirtschaft oder des jüdischen Milieus, aber unmittelbar im Dienste des jüdischen Volkes stehen.« Eine Zentrale für Berufsberatung ist für die Durchfüh* rung der Arbeiten ^verantwortlich.