Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 4 (7.1918)
- Date
- 1918-07-01
- Page
- Seite 152 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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152 Mafkus Reiner: 'eigentliche: der Geist der Jugend, und eine Bahn war immer die ge* .gebenei der Weg der Jugend. Wenn je Bewegung geboren und wenn sie befruchtet wird, dann aus der Unbekümmertheit, aus der freien Selbst^ Verständlichkeit des jugendlichen Herzens. Es gibt darum nichts Organisa^ torischeres, als die Jugend sich entwickeln zu lassen in freier Bewegung, und es gibt nichts, was tödlicher wäre für die Organisation, als sie der Bewegung der Jugend"'zu berauben, dadurch, daß man die Jugend zur Organisation macht. Der weiß nichts von den Bedingungen der Organisation, der nichts von den Bedingungen. der Jugend weiß. Wie aber wird die Bewegung zur Organisation, und wann sollen die Jugendlichen den Zwängler Organisation auf sich nehmen? Wir braudien wahrhaftig keine Sorge zu haben, daß dies nicht ganz von selbst und früh genug geschieht. Der Drang nach Verwirklichung, der jedem Jugendlieben eingegeben ist, die Entwicklung und die Widerstände führen ganz allein zu der Erkenntnis, daß Sammlung und Bindung und daß sogar Vorsicht und Rücksicht nötwendig ist Wir, die wir in der Organisation arbeiten, wissen, wie früh das kommt, und wie hart es auf uns liegt, und wie wir ihm verfallen sind und verfallen sein müssen, viel mehr als uns lieb ist. Der Übergang ergibt sich aus dem Leben selbst, aber es sollte nichts geschehen, um ihn zu fördern. Je mehr noch von Bewegung befangen, das heißt je jugendlicher der Organisierte denkt, umso besser für die Organisation. Wir sehen manches an der Entwicklung der zionistischen Jugendbewegung in Deutschland, das uns davon zu zeugen scheint, daß man dabei ist, der Organisation die Bewegung zum Opfer zu bringen <und damit manchem sprechen, was uns in der zionistischen Studentenbewegung dieser Art auffällt. Und mancherlei, was man vom »Blau*Weiß« sieht, spricht •ebenfalls für diese Richtung, und das braucht einen nicht Wunder zu nehmen, denn die Führer sind dieselben. Aber wir wollen gewiß kein Ketzergericht veranstalten. Vorerst muß genügen, die Sorge und die Angst jzum Ausdruck zu bringen. Und vorerst bleibt uns gewin noch die Hoffnung, daß die Jugend selbst sich gegen diese Führerschaft wendet und sich ihrer erwehrt. Denn trotz allem ist gerade in der deutsch-zionistischen Jugend soviel des Guten zu sehen und soviele Ansätze zu Neuem und Schönem sind wahrzunehmen, daß* gewiß kein Grund ist, zu zweifeln. Daß die Verständigungskonferenz gescheitert ist, haben wir wahrlich keinen Anlaß zu bedauern. Ihre Bedeutung für die zionististische Jugendbewegung liegt auf einem ganz anderen Gebiet, als die Freunde und die Gegner der Verständigung gesehen haben, darin nämlich, daß sie den Anlaß dazu gibt, daß man in der zionistischen Jugend sich darauf besinnt, daß es nötig ist, sich über sich selbst zu verständigen. Julius Bergex. Nationalistenspiegel. Kürzlich sagte jemand von mir, ich hätte in einer im »Juden« ver* öffentlichten Glosse einen »gesunden nationalen Hochmut« gezeigt. Seither tut es mir leid, die Glosse geschrieben zu haben. Denn ich habe nationalen letzten Endes die Organisation