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Jerubbaal · 1918-07-01 · 4 (7.1918) · p. Seite 151

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
4 (7.1918)
Date
1918-07-01
Page
Seite 151 (sequence 29)
Language
German
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Verständigungskonferenz und zionistische Jugendbewegung. 151 junge Zionfsten zu machen. Wir behaupten, daß das eine Sünde gegen den jugendlichen Geist und ein Mord an der Jugend ist. Nicht dieses ist die Aufgabe, und nicht dieses verlangt weder die zionistische Bewegung noch die zionistische Organisation. Was wir, die wir bexukn sind oder uns berufen glauben, vor die Jugend zu treten, ihr zu sagen haben, ist nichts als unser Erlebnis, als unser Ringen, als unsere Hoffnung, Wir haben ihr, die in Entjudung und in Europa verstridrt ist, die fernen Ziele zu weisen und von der neuen jüdischen Freiheit zu sagen. Aber wir haben vorsichtig und säuberlich dabei zu verfahren. Vorsichtig, das heißt, wir müssen es sagen mit der ganzen Glut unserer Seele, mit der ganzen Leidenschaft unseres Herzens, aber ganz frei von jeder organisa^ torischen Absicht, säuberlich, das heißt ganz unverhüllt und ganz rein und ohne jede Beimischung von taktischer Erwägung. Alles andere aber ist Sache der Jugend selbst. Wie sie das aufnimmt und wie sie sich dazu stellt und wie sie damit fertig wird und was sie daraus macht, das heißt eben Jugendbewegung. Hat einer von uns Angst, daß das zionistische Wort so wenig sagt, daß es diese Freiheit der Entwicklung nicht Verträge und daß es durchaus der Mechanik der Organisation bedürfe, um Macht über die Seelen zu gewinnen oder zu behalten? Oder hat einer Angst, daß unsere Jugend zu schwach oder zu unreif oder schon zu ^verführt sei, als daß man sie sich selbst überlassen dürfte? Wer die Angst hat um das Wort, der soll erklären, daß er nicht an das zioni^ stische Wort glaubt, dann ist er kein Zionist. Und wer die Angst hat ^lim die Jugend, der soll erklären, daß er nicht an die Jugend glaubt, dann ist er kein Führer der Jugend. Gewiß muß geholfen, gewiß muß geleitet> gewiß muß der Weg gewiesen werden. Aber wer sich dessen unterfängt, das muß ein Mensch sein, so voll vom Wort und so voll von Jugend, daß es ihm nicht begegnet, daß er das Wort mit der Tendenz und die Jugend mit der Organisation verwechselt. Es ist ja nicht nur eine Versündigung gegen die Jugend, wenn man sie zur Organisation zwingen will, es ist ja noch mehr eine Sünde gegen die Organisation. Denn wenn die Organisation etwas nötig hat, so ist dies: Zustrom aus der Bewegung. Die Organisation, Form und Absicht gewordene Bewegung, kann nur frisch, kann nur lebendig bleiben, wenn sie ständig befruchtet wird von dem segenbringenden Quell der Bewegung, der ihre Peripherie umströmt, ständig Neues zuführend, ständig Veraltetes vernichtend, ständig in das Eiland der Organisation eindringend, Keime hineinführend und die Wurzeln düngend. Gewiß muß die Organisation auf ihre Grenzen achten, gewiß muß sie sich davor hüten, daß ihre Form nicht gesprengt wird und muß sie achten, daß nichts Fremdes, aus anderen fremden Quellen Stammendes Einlaß in sie findet, sie ver^ wirrt und verfälscht. Aber wenn sie eine Aufgabe hat, so ist es diese, aufnahmefähig und aufnahmewillig zu sein lür den Strom der Bewegung. Sonst muß sie erstarren und verkalken und zum niedrigen und toten Mechanismus werden, zur Partei. Wo aber und wie ist Bewegung? Es gibt viel der Ursprünge und viel der Bahnen, in denen sie läuft. Ein Ursprung war aberi immer der

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