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Jerubbaal · 1918-07-01 · 4 (7.1918) · p. Seite 150

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
4 (7.1918)
Date
1918-07-01
Page
Seite 150 (sequence 28)
Language
German
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150 Julius Berg er: Uniugendlichen, den Parteimenschen. Das versteht sie nicht, wenn ein Junger zum anderen sagt: Du gehörst nicht zu uns. Was sie will, ist Gemeinschaft, ist Brüderlichkeit, und wenn sie kämpft, kämpft sie nicht für Trennung, aber für Einunjj. Und wer in ihren Reihen sichten will und scheiden will zwischen Gerechten und Ungerechten, den wirft sie zu den ganz Alten. Es gehört krasse Verständnislosigkeit für jugendliches Empfinden dazu, um vor eine jugendliche Gemeinschaft zu treten mit einem so tantenhaften Referat, wie aas, das die Referentin der Verständigungskonferenz erstattete. Diese halbe Oberflächlichkeit, diese satte Selbstzufriedenheit, diese ängstliche Vorsichtigkeit, diese ganze verruchte, ganz unjugendliche Neutralität, das ist gerade gut genug für die abgestandenen, für die im kleinen Konkurrenzkampf erstarrten politischen Organisationen der deutschen Judenheit. Uild wenn es noch eines Zeugnisses dafür bedurft hätte, daß diese Verständigungsgemeinschaft keine Tagung für die Jugend, sondern der Alten und Veralteten gewesen ist, dann ist es die Tatsache, daß dieses Referat, diese abgestandene Gouvernantenweisheit ihr geboten werden konnte, und daß man es fertig brachte, darüber zu diskutieren. Und wenn ein Vertreter der Zionisten aufstand und dagegen polemisierte, so mochte er wohl ein Gefühl dafür haben, daß hier ein Protest am Platze war und mochte darum in eine Schärfe verfallen, die auf einer Wählerversammlung vielleicht am Platze gewesen und sogar gewirkt hätte, die aber nicht in eine Verständigungskonferenz und ganz bestimmt nicht auf eine Jugendtagung gehörte. Der Protest hätte gehen müssen gegen die Zusammensetzung der Versammlung, gegen die stimmungsmacherische Art ihrer Leitung, die vielleicht parlamentarisch, die aber ganz bestimmt nicht ehrlich war, und hätte gehen müssen gegen das ganze Froschmäuseniveau, auf dem sich das Referat bewegte. Aber das hat der Vertreter der zionistischen Jugend schon nicht mehr begriffen. Ihm erklang die Fanfare des Parteikampfes, und er stürzte sich in das politische Getümmel mit der ganzen Verve des Parteisekretärs. Und wenn es noch eines Beweises dafür bedurft hätte, daß die zionistische Jugendbewegung im Begriff ist, zur Parteiorganisation zu erstarren, dann war es diese Rede. Darum täuscht sich Herr Dr. Apfel, wenn er die Opposition, die in den Kreisen der zionistischen Jugend dagegen laut wurde, darauf zurückführt, daß weite Kreise mit der ablehnenden Haltung des zionistischen Vertreters gegen die Vorschläge von Fräulein Dr. Cora Berliner nicht einverstanden seien. Gerade das ist das Einzige', was überall in der zionistischen Jugend gebilligt wird, und die Ablehnung der Ausführungen des Herrn Dr. Löwenstein richten sich in viel stärkerem Maße noch gegen die jugendzerstörende Art des Herrn Dr. Apfel selbst. Verlassen wir die Niederung der Verständigungskonferenz und wenden wir uns der Zukunft der zionistischen Jugendbewegung zu. Wir sehen sie in Gefahr. Ihre Führer mißverstehen ihre Aufgabe. Sie meinen, es handle sich darum, möglichst früh junge Seelen einzufangen und sie immer stärker mit einem Netz von zionistischen Begriffen und Schlagworten zu umgeben, sie immer tiefer in das Gefüge der zionistischen Organisation zu verstricken, aus den jungen Menschen möglichst früh und möglichst schnell

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