Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 4 (7.1918)
- Date
- 1918-07-01
- Page
- Seite 146 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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146 Julius Berger: zu treiben. Audi die zionistische Jugendbewegung. Schon jetzt hat sich die Dogmatik und die Methodik der großen jüdisch*politischen Organi* sationen auf die freie Entwicklung der jungen jüdischen Jugendbewegung gelegt, und an ihr wird deren Richtung und Sinn orientiert. Audi die der zionistischen Jugendbewegung. Wegen dieser sehr ernsten Frage und nicht wegen Schuld und JLInschuld an dem Verlauf der Verständigungskonferenz sei hier noch einmal auf diese Tagung eingegangen. In dem zu Eingang erwähnten Bericht des Herrn Dr. Apfel, ersten Vorsitzenden des Verbandes der <neutralen> jüdischen Jugendvereine Deutschlands, wird davon gesprochen, daß das Verhalten der zionistischen Wortführer auf der Konferenz auch bei den Zionisten helle Empörung ausgelöst hat. Tatsächlich sind weite Kreise der zionistischen Jugend mit der Haltung der oder besser des zionistischen Wortführers auf der Kon* ferenz nicht einverstanden. Aber Herr Dr. Apfel begeht einen schweren Irrtum, wenn er diese Unzufriedenheit auf die zurückhaltende Haltung der zionistischen Delegierten gegenüber der geplanten Verständigung»* gemeinschaft zurückführt. Die Opposition innerhalb der zionistischen Jugendkieise bemängelt vor allem und zumeist die grundsätzliche Haltung ihres Wortführers überhaupt. Sie begreift das ganze Spiel nicht, das hier getrieben wurde und das schon begann, als man an den Plan dieser Verständigungstagung schritt, ohne sich gleichzeitig darüber klar zu werden, nicht nur worauf man sich, sondern vor allem wer sich verständigen sollte. Hätte das »Wer« die richtige Lösung gefunden, dann wäre vielleicht ebenfalls die Tagung nicht zu einer Verständigung gekommen, aber es wäre doch eine Tagung der jüdischen Jugend gewesen und jugendlicher Geist hätte ihr den Stempel aufgedrückt. In der Tat aber sah dieser Geist so aus <ich zitiere nach der stenographischen Niederschrift): Der Vorsitzende <in der Eröffnungsrede): »Bedenke aber jeder, der hier heute abend spricht, daß dafür Sorge getragen ist, daß die Worte bis in die fernsten Schützengraben getragen werden, und seine unsere Brüder im Felde in der Lage sein werden, zu untersuchen, wen die Verantwortung trifft, falls die jüdische Gemeinschaft und ihre Jugend selbst in dieser Zeit sich in unnötige Kämpfe zersplittert. . .« Die Referent in: ». . . ich bin aber bemüht, . . . die Probleme in möglichst objektiver Form darzustellen, wobei es selbstverständlich ist, daß hin und wieder meine eigene Anschauung durch* schimmern wird. . . Unsere Jugendorganisationen sind Er* Ziehungsvereine. . . Ich glaube nicht zu viel zu sagen, wenn ich behaupte, es geht ein religiöser Zug durch die ganze Welt. . . Idi glaube auch ferner, nicht zu viel zu sagen, wenn ich behaupte, es geht ein nationaler Zug durch die ganze Welt. . . Wir erheben diesen Ruf nach wahrer sozialer Gesinnung ...ja nicht nur auspädagogischen Gründen, . . . sondern diese Frage hat für uns eine eminent politische Bedeutung. . . Noch wissen wir gar nicht, welche Auf* gaben der Kampf gegen den Antisemitismus von uns nach dem Kriege verlängt, denn diese Frage hängt ja glücklicherweise nicht von uns, sondern ste hängt in erster Linie von unseren Gegnern ab. . .