Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 4 (7.1918)
- Date
- 1918-07-01
- Page
- Seite 141 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Aufgabe der Jugend Beim Neuaufbau Palästinas. 141 Eine einheitliche Idee-hat all' dieses veranlaßt. Zionist sein, heißt nicht: das Baseler Programm anerkennen und für richtig befinden, sondern Zionist sein heißt: Forderungen an sich stellen, die zionistische Idee zur Zentralidee des Lebens machen, von ihr aus das Leben zu bewältigen, sie im Leben zu verwirklichen suchen. Ein jugendlicher Zug geht durch diesen modernen Zionismus, er kennt keine Unmöglichkeiten, keine praktischen Hemmnisse, er verlangt die Tat, die Tat nicht außerhalb des Lebens, sondern die das Leben gestaltende Tat. Wir kennen keine Trennung von Jaffa und Jerusalem, wie Margulies, wir bejahen Jerusalem und Jaffa, aber ein Jaffa, das letzten Endes durch Jerusalem bestimmt wird, IL Die praktischen Verwirklichungsmöglichkeiten des Zionismus sind, wie eingangs betont wurde, außerordentlich groß. Diejenigen, denen der Zio~ nismus zum Erlebnis geworden ist, zur Idee, die ihr Leben gestaltet und gewandelt hat, sie haben die Aufgabe, darüber zu wachen, daß die Ver^ wirklichung des Zionismus nicht sein Grab bedeutet, daß Zion nicht degradiert werde zu einem Lande, dessen bestimmende Faktoren gleich denen in Europa und Amerika: Imperialismus und Kapitalismus bilden. Ihre Aufgabe ist es, der Idee zum Siege zu verhelfen, daß sie das Leben in Erez^ Israel gestalte, nicht irgend welche »realpolitische« Mächte. Diese Aufgabe war vor dem Kriege nicht so dringend,- die jüdische Bevölkerung nahm langsam und allmählich zu,- außerhalb der Kolonien waren unter der gesamten Bevölkerung Palästinas kaum 20—30.000 produktive Elemente. Mit der Steigerung der Einwanderung in den letzten Jahren und mit dem steigenden Geburtenüberschuß begannen sich jedoch bereits vor dem Kriege die Fragen, die das Gemeinschaftsleben dem Ein^ zelnen aufgibt, in Palästina fühlbar zu machen: die Siedelungs^ und Pioniergenossenschaften, die Form, in der man weiterhin Landarbeiter zu Kolonisten machen wollte, seien als Beispiel genannt. Trotz dessen war in dieser Zeit das Steigen der jüdischen Bevölkerung in Palästina absolut noch so gering, daß man zur Not ohne Einheitsplan auskommen konnte und den Instanzen im Lande selbst im allgemeinen die Lösung der Fragen überließ, wenn man sich nicht von vornherein bereits auf den »Laisser faire — laisser aller«*Standpunkt stellte, wie vor allem gegen^ über der städtischen Bevölkerung. Die Folge war, daß zwar in einige unserer Kolonien, vor allem die jüngsten, der Geist drang, der an der Wiege des ganzen Kolonisationswerkes stand, daß jedoch viele Kolonisten, und vor allem die überwiegende Mehrzahl der städtischen wirt* schaftlich tätigen Bevölkerung ein Leben führten, das kaum von dem ihrer Brüder in Europa und Amerika verschieden war. Palästina war Palästina, nicht Zion! Vor dem Kriege war dies noch möglich. Je größer jedoch die Expansion des Zionismus geworden ist, je berechtigter unsere Hoffnung auf ein außerordentliches Steigen der Einwanderung ist, um so gebieterischer erhebt sich die Forderung, nicht dem blinden Zufall > und der 11