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Jerubbaal · 1918-06-01 · 3 (6.1918) · p. Seite 109

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
3 (6.1918)
Date
1918-06-01
Page
Seite 109 (sequence 27)
Language
German
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Otto Engländer: Künstler und Volk. 109 falschen Kräfte, die in historisch wohlbegreiflichen früheren Gestaltungen jüdischen Lebens sind, die in uns aber nie weiter entwickelt werden können. Der Wirtschaftskörper der neuen jüdischen Gemeinschaft muß stählern sein durch die Arbeit des neuen jüdischen Willens. Alles, was in der Diasporawirtschaft den historischen Zusammenhalt der Juden wirtschaftlich ermöglicht hat, muß einer völlig freien Bewertung weichen, die die neu wirtschaftenden Juden in ihrer Gemeinschaft vornehmen. Noch ist es nicht der Kampf der Wirtschaftsideale allein, der unsere neue Gemeinschaft umbrandet, noch ist der Kampf der jüdischen Wirt* schaft erst im Beginn. Die ungeheure Weite dieses Kampfes erhellt daraus, daß hier zum erstenmal inmitten aller Grauen der kapitalistischen Weh> Wirtschaft, eine Zelle des kapitalistischen Universalstaates sich absondern will, aus eigener Kraft gesund zu werden. Aber wir wissen, daß sich der Macht des Weltkapitalismus, der seine natürliche Bestimmung schon längst verwirkt hat, eines entgegenstemmen läßt: Kraft, Geist und Wille. Der jüdische Wille wird die Wirtschaft für ein neues Volk aufbauen, neu durch seine Kraft und Jugend. Darum reinigen wir uns im Kampf der Ideale zu einem klaren, heiligen Willen. Haben wir nur erst die Leitsterne der Wirtschaft, unser Werk wird sich zu ihnen hinbewegen. Rudolf Glanz. Künstler und Volk. Antwort auf einen Brief. Du fragst midi: Wie verbinde ich in meinem Leben die beiden Ideale: Kunst und die Sehnsucht in Palästina zu leben und zwar gesund zu leben und dadurch mit an der Regenerierung unseres Volkes tätig mit teil zu haben? Du sagst: Wenn ich zu Hause bin, Anregungen aus der Umgebung empfangen kann, dann überwiegt in mir der Wunsdi nach Taten auf dem Gebiet der Kunst. Bin ich jedoch losgelöst, auf mich allein gestellt, dann beherrschen midi größtenteils Gedanken über Palästina, jüdische Zukunft und Alles, was damit zusammenhängt. * « m. Ich glaube, du sollst nicht fragen: wie verbinde ich in meinem Leben die beiden Ideale?! Denn man könnte glauben, es handelt sich dir darum irgend ein Kompromiß zu finden. Aber es geht ja um Entscheidung. Was soll ich tun? so ist die Frage. Soll ich Künstler werden <implicite: in Europa bleiben), oder als Bauer nach Palästina gehen? Ich will später antworten. So gut ich kann. Zunächst ist es nötig, daß wir das Verhältnis des Künstlers zum Volk, im allgemeinen, wie es aus dem Wesen der Kunst hervorgeht, untersuchen. Und zwar den idealen Fall. Abgesehen von den verschiedenen Einwirkungen des realen Lebens, die dann sich dem Ideal mehr oder weniger nähernde Produkte erzeugen werden. —

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