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Jerubbaal · 1918-06-01 · 3 (6.1918) · p. Seite 99

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
3 (6.1918)
Date
1918-06-01
Page
Seite 99 (sequence 17)
Language
German
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Zum Jugendtag. 99 »Jüdisch leben« hieß, wir sehen, damals ein Leben in Wahrheit, Gerechtigkeit und Unbedingtheit, ganz so wie nach den Leitsätzen unseres Jugendtages. Und wie wurde es gepflegt, dieses jüdische Leben? Zwei liebliche Idyllen zeigen es uns anschaulich. Elischa, der Prophet, bereist die Dörfer und Weiler seines Volkes. In Sunem macht er Quartier. Eine edle Frau hält ihm in ihrem Hause ein Gastzimmer bereit. Er will sich ihr dankbar zeigen, ihr Fürsprech bei den Mächtigen sein. Sie lehnt es ab. »Betok ammi anoki jaschabet.« »Ich lebe in meinem Volke!« Welch schöneres Wort könnte sich eine Jüdin in ihr Stammbuch schreiben! Diese Episode lehrt uns, daß zwischen Volk und Prophet ein reger Propheten an den Festen. Das gleiche zeigt uns die Geschichte Hannas. An den Wallfahrts^ festen kam das Volk zusammen, das Gemeinschaftsgefühl, das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit wurde gestärkt, Herz am Herz entzündete sich stets von neuem die Begeisterung für die nationalen Güter, der Stolz auf die Besonderheit des Volkstums, der Religion und Moral. Die Feste bildeten den Quell, der die weitverstreuten jüdischen Häuser mit dem reinen Trank jüdischen Empfindens speiste. Feste wechseln ihren Inhalt. Ich darf an das Julfest erinnern oder, was uns näher liegt, an unsere eigenen Feste, unter diesen besonders an Chanukka —* die heutige Makkabäerfeier. Aber die Feste selbst müssen bleiben, sie bilden das Knochengerüst des Volkslebens, »moadim« das »Feste« im gleitenden Strom der wandelreichen Entwicklung, »regalim« »Füße«, auf denen das Volkstum ruht. Dreifach wichtig für ein Volk das, wie das unsere, von der väterlichen Scholle losgerissen, nichts ver^, nachlässigen darf, was seinem Bestände Halt und Stütze bietet. Freude geben die Feste, das frohe Gefühl des Verbundensems mit Gleichgestimmten, des Verstandenwerdens, neue Kraft, den Idealen dieser Gemeinschaft zu leben, Klärung und Schliff den eigenen Gedanken im geistigen Austausch mit Gleichstrebenden. »Erhaltet darum unsere Feste!« Das, glaube ich, muß unsere Aufgabe sein, wenn wir »jüdisch Leben« pflegen wollen. Das jüdische Leben im Galut beschränkt sich aufs Haus, im günsigsten Falle auf die Gemeinde. Es soll sich ausdehnen auf die Volksgemein^ schaft. An den drei Wallfahrtsfesten <Cholhamoed Issruchag), möge die jüdische Jugend einer Stadt oder Gegend sich versammeln und in froher Gemeinschaft das Fest begehen. Aber wie begehen? Gewiß, unsere Feste können nicht den Gegenwartswert aufweisen, wie in der Zeit Jerubbaals oder wie bei unseren Brüdern im neuen Jischuw in Erez Jisrael, denen sie wieder die Erntefreude des Landmannes bedeuten.»Unsere Feste sollen aber auch unserer Jugend nicht nur Träger von Erinnerungen, Zeugen der Vergangenheit sein. Sie sollen ihr den Glauben an die Zukunft unseres Volkes stärken, diese Zukunft vorbereiten, unsere Jugend für unsere Zukunft vorbereiten, eine jüdische Jugend, die eine neue Jugend des Judentums uns bringen soll. [eistiger zum Volke, das Volk zum

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