Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 3 (6.1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- Seite 96 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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96 Jung-Juda. teilhaftig. Das sage ich Ihnen, weil doch eben durch die Harmlosigkeit, in die Sie Ihr Theoretisieren versetzt, es hier ermöglicht wurde, daß wir von Gott als einem ganz unmittelbar gegebenen Anschauungskomplex sprechen können. Ich hätte dieese sond erbarTatsache weder erwartet noch für möglich gehalten.« »In einem etwas sonderbaren und ich muß schon sagen ungehörigen Zusammenhang hat der Referent Offenbarung, Jeschua, Spinoza und Martin Buber gebracht. Es können ja auch die Mitteilungen von Jeschua und Spinoza einen gewissen religiösen Wert haben und auch gegen die Bedeutung der Reden und Veröffentlichungen Martin Bubers will idi nichts sagen, aber man muß doch schließlich unterscheiden zwischen mit* geteiltem, klugem Wort und Offenbarung, wie sie uns etwa aus den Propheten entgegentritt.« »Ich habe die Meinung des Satzes: heutigentags offenbart Martin Buber, geradezu nicht verstanden und möchte um eine ausfuhrlichere Erklärung bitten.« »»Ich habe das ganz einfach gemeint und ziemlich wörtlich, wie ich es sagte. Das Volk hat als Individualität ja keinen anderen Mund, als den Mund seiner Propheten und Auserwählten. Aus diesen Berufenen spricht nicht persönliche Willkür und besondere Befähigung, sondern sie sind der Mund des Jeschurun und sie reden seine Worte willig oder selbst gegen ihren Willen. In ihnen und nahezu nur in ihnen offenbart sich Gott zugleich mit Jeschurun. In diesem Sinne nannte ich Jeschua einen Maschiach, Spinoza einen unerkannten Maschiach und in demselben Sinne fasse ich die Reden und Äußerungen Martin Bubers, ohne daß es mir dabei wichtig ist, wie andere davon denken, als Offen* barungen des Judentums auf.«« »Dazu muß wenigstens gesagt werden, daß das Wort Maschiach darin völlig irrig aufgefaßt worden ist, denn die Offenbarung allein und daß einer Mittel der Offenbarung ist, macht ihn nicht zum Maschiach. Dazu müßte noch die besondere Sendung der Befreiung kommen.« »Ich finde die Äußerung, daß heutigentages Martin Buber offenbare, umso sonderbarer, als ich nicht umhin kann, sie mit dem in Verbindung zu setzen, was wir nachher hören mußten, daß wir nämlich Palästina erst bekommen werden, wenn es uns ein Prophet geben wird, daß aber dieser Prophet kommen müsse und werde. Besteht ein Zusammenhang zwischen diesen Äußerungen?« »»Darauf zu antworten weigere ich mich, denn ob er der Gerufene ist, das wird Gott Martin Buber sagen und nicht ich.«« »Es wäre somit ein gewisser Streit unter uns gekommen, ob Gott durch einen Propheten oder der Sultan durch einen Charter uns Palästina geben werden.« »»Vielleicht ist eben der Zionismus in seiner eigentlichsten Tiefe nur eine Form jüdischen Gottesbewußtseins?«« E. Elijahu Rappeport.