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Jerubbaal · 1918-06-01 · 3 (6.1918) · p. Seite 91

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
3 (6.1918)
Date
1918-06-01
Page
Seite 91 (sequence 9)
Language
German
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E. Elijahu Rappeport: Jung-Juda. 91 in jungen Gesichtern und jungen Gebärden, in jungen Worten entgegen^ iacht, madit die Seligkeit seiner Mitteilung aus, die immer neue Schienten in ihm aufruft und belebt, ja ihn Mal um Mal erneuert. In der Sicherheit unsrer Blicke, im Schwung unserer Spiele, in der Opferkraft unserer Unternehmungen »liest er die feurige Schrift seiner verwandelten Worte«. — Unseren Vätern war diese Auffassung vom Wesen des Führers nicht fremd, im Verhältnis des von Gott begnadeten Rabbi zu seiner Gemeinde war es ausgedrückt. Wie dort so werden auch in unserer Gemeinschaft nicht alle dem Führer gleich nahe sein: es wird Jünger geben, die ihn erkannt und sich mit ihrem ganzen Leben für ihn entschieden habenandere wiederum werden erst zweifelnd und zagend auf dem Wege des Erkennens sein. Noch andere — und dies werden wohl insbesondere die Frauen der Gemein^ schaft sein — werden ohne die logische Erkenntnis der tiefen Zusammenhänge die überzeugende Wahrheit und Reinheit, die von seiner Lehre ausgeht, empfinden, und sich seiner Führerschaft anvertrauen. Was aber alle diese zur Einheit vereint, ist die gemeinsame Ehrfurcht vor dem Führer. (Die Fortsetzung des Beitrags folgt im nächsten Heft.) »Jung^Juda«. Ein Bericht geistiger Gemeinschaft. IIL Aus dey gemeinsamen Besprediung. »Ehe ich um jedes Einzelnen Meinung zu dem abgegrenzten Fragen^ bündel bitte, erinnere ich widerholend, daß es förderlich sein wird, zunächst zum Allgemeinen der Besprechung sich zu äußern und erst dann in die Einzelheiten einzugehen.« »Es brennt mir und wahrscheinlich auch Jedem anderen zwar sehr vieles auf der Zunge, was zu und gegen die vorgebrachten Ansichten zu sagen wäre. Was wir aber gehört haben, war eine höchst selbständige und -darum um so weniger allgemein gültige, obendrein recht akademisch geordnete Anschauung über Religion und religiöse Orientierung und so sehe ich gar nicht ein, wozu eine Besprechung taugen soll. Das bloße »Klarermachen« des bereits Vorgetragenen soll die Diskussion nicht sein, <Ias haben wir ja schon mehrfach betont. Nun ist doch Religion einmal solcherart, daß sie jedes Einzelnen eigene und höchst eigene Sache ist. Es könnten daher in einer solchen Besprediung nur die einzelnen und verschiedenen Meinungen unversöhnlich und unversöhnt gegeneinander gestellt werden und die Besprechung müßte sich darin erschöpfen, die gegenseitigen Feindseligkeiten zu konstatieren.« »Wir können ruhig auch über diese Fragen diskutieren, denn wir müssen uns vor dem Hervorheben unserer verschiedenartigen Stellung^ nähme nicht furchten. Es muß ja nicht die eine Meinung die andere vergewaltigen.« »Was zu dem einleitenden Referat bereits gewissermaßen als Lob gesagt wurde, möchte ich als schärfsten Tadel wiederholen. Es sind uns

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