Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 3 (6.1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- Seite 87 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Notwendigkeit der neuen Gemeinsdhaff. 87 chanisch, nicht aber durch die verbindende Kraft des Geistes zusammen^ gehalten werden kann. Die jüdische Jugendgemeinschaft, zu deren Bildung aufgerufen wird, soll der Sammelpunkt der jüdischen Jugend im Alter von 14—25 Jahren werden, die durch Gleichgerichtetheit des Geistes — gleichgiltig welchem Beruf, welchem Geschlecht oder welcher gesellschaftlichen Stellung ange^ hörend *— verbunden sind. Eine Gemeinschaft, die auf die Erneuerung des Volksganzen gerichtet ist, kann die Frau, die Erzieherin der kommenden Generation, nicht ausschließen, noch kann sie dem Studenten die besondere Stellung einräumen, die der Student besonders in Deutschland aus von uns nicht mehr anerkannten Feudalitätsrücksichten genießt. Die be^ sondere Wesensart der Frau, andrerseits die sich von dem übrigen unterscheidende Zeiteinteilung der Studenten wird zur Bildung besonderer Gruppen und zweckentsprechender Arbeitsteilung in der Jugendgemeinschalt führen. — Studenten, junge Kaufleute, Arbeiter, Frauen, Mädchen, alle Menschen, die sich dem Geiste der jüdischen Jugend verbunden fühlen, der im Nachfolgenden näher bezeichnet ist, mögen sich aus Deutschland und Österreich in der neuen Jugendgemeinschaft zusammenfinden, Wenn die Menschen unserer Bewegung doch einmal erkennen wollten, daß es nicht darauf ankommt, daß meine oder deine kleine Gruppe möglichst gut dastehe, sondern darauf, daß hinter der jüdischen Idee, wie ihr sie verwirklicht sehen wollt, eine starke Gemeinschaft junger Menschen stehe, stark und mutig genug, um trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit der anders wertenden Masse unsere Forderungen zu verwirklichen. Gerade heute, wo in Palästina die Fundamente eines neuen Gemeinwesens ge^ legt werden, kommt alles darauf an, daß die idealgesinnte Jugend sich sammelt, um den Kampf gegen Materialismus und Ungeist schon bei der Grundsteinlegung geschlossen aufzunehmen. Denn die Zahl der Unsrigen ist klein. Und was soll werden, Freunde, wenn auch die Wenigen sich in ihren Kräften zersplittern, sich sogar als Mitglieder der verschiedenen Gruppen im geheimen befehden, anstatt einander die Hand zu reichen zu gemeinsamem Schaffen, anstatt alle Kräfte zusammenströmen zu lassen, zu einem reißenden, tiefen Strom, der uns mit unserm einsamen Wollen trägt und uns fortreißt, in dem beglückenden Gefühl der Gemeinschaft, dem Ideale entgegen. IL Die Jugend und die Unbürgerlichen. Die neue Jugendgemeinschaft erstrebt, wie schon oben gesagtr die end* giltige Scheidung zwisAeiL der Jugend und^ dei^Ü£gerlicfaen, in der Qber^ zeugung,. daß sicFTiier unüberwindbare Wesensverschiederiheiten gegenübertreten. Der Bürgerliche ist kein freier Mensch mehr, an Stelle eines freien menschlichen Ichs hat er unter dem dauernden Einfluß der umgebenden Gesellschaft, der Schule, der Presse usw. das der öffentlichen Meinung angepaßte Einheitsich gesetzt. Er tritt an die Erscheinungen seiner Um-