Mannheim
Compact Memory

Jerubbaal · 1918-05-01 · 2 (5.1918) · p. Seite 77

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
2 (5.1918)
Date
1918-05-01
Page
Seite 77 (sequence 35)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3776398-6437699-6437743--094-3776488
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Unser Weg. 77 Partei die Flachheit herrscht/ wir sind Zionisten auf eigene Faust und sicher besser als die meisten Parteizionisten, So können wir auch den Wert der Partei gerecht anerkennen. ~* Wir wandern und kommen sehr oft zusammen, fast täglich/ zweimal wird gelesen oder ein Vortrag gehalten. Wir haben einige Wanderungen mit dem »Grünen Wandervogel« gemacht und zu vielen von den Jugendkulturlern Beziehungen. B. . . . war ein paar mal bei uns, einmal haben wir, als er bei uns war, über den Wert der zionistischen Partei als Mittel für den Zionismus gesprochen und es war sehr erfreulich, daß ich dieselbe Ansicht hatte, wie er, nämlich daß die Partei wertvoll ist, indem sie eine Menge schafft, die immer unharmonisch bleibt, sie wird der Assimilation zugetrieben, aber die Idee hindert sie an der Assimilation,- aus dieser Menge werden die Stärksten immer der Idee folgen, die Schwachen werden ganz abfallen. <— Unser letztes gemeinsames Erlebnis ist das: Der Wille zur Heimat, und wir müssen uns jetzt eine schaffen, eine Heimat im stärksten Sinne. — Ich glaube daß wir ganz frei und rein von jeder Feigheit und jedem Philistertum sind und daß wir etwas schaffen können. Es gehören außer mir zur neuen Kameradschaft <wir haben keinen Namen und gar keine Formen): M. . . ., 19 Jahre alt, Kunstschülerin, H. . . ., ihre jüngere Schwester, 6. Klasse Lyzeum, R. . . ., in meinem Alter, 8. Klasse Gymnasium, das sind die, die am engsten zusammenstehen, dann kommen noch S . . . F. . . ., G. . . . und noch ein paar Leute, die Du nicht kennst und die nicht der Mühe wert sind, sie zu beschreiben,- es sind aber alle ganz feine sympathische Menschen, die uns sicher später sehr nahe sein werden. — Unser Bund ist viel persönlicher, freundschaftlidier als bei anderen Vereinen, es hat seit der großen Reinigung keine Differenzen gegeben. »Macher» gibt es auch nicht. Bis jetzt haben wir gelesen: Micha bin Gorion, Sagen der Juden, bis jetzt viermal <wir lesen es noch fertig), M. Buber, 1., 2., 3. Rede, ,, Mythos der Juden, aus den »Gesch. Baal Schern« und aus »R. Nachnan« <Buber steht uns sehr nahe und wir interessieren uns sehr für alles von ihm), Jesaia, Buch der Richter, Schöpfungsgesch. (Bibel), Ruppin haben wir systematisch gelesen, Bialik angefangen, dann haben wir sehr viele Vorträge gehabt, d. h. Vorträge ist nicht das richtige Wort, es war so, wie wenn ich Dir etwas erzähle, und haben viel diskutiert. Wir propagieren unsere Ideen fleißig, aber nur ganz persönlich, wir wollen aber eine Art Broschüre in ca. 20 Exemplaren herstellen, die soll unsere Idee und unseren Weg klar ausdrücken,- wenn es fertig ist, werde ich Dir eine schicken. Ich arbeite über die Ferien mit R . . . . als Bauarbeiter, später machen wir vielleicht eine Fußtur zu S . . . ., die jetzt im Gebirge sind. -> 6

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.