Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 2 (5.1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- Seite 53 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Leidenschaft: Wort und Tat. 53 nicht Wunsch, noch unklares Sehnen, sondern das Wissen von Gottes Bündnis und die Sitten und Gebräuche waren es, die uns schieden vom Zerfalle. Dankend müssen wir zurückkehren zum Grandiosen, das innerlichst in uns ist. Unser Leben aber muß ein Bekenntnis werden unseres Seins, unseres Gesetzes und unseres Willens. Dann wird Gott an unserer Seite durch unsere Gärten singen. Europa überwinden, Brüder, heißt: fertig werden in sich mit Europa. Dank für das, was es uns gegeben hat. Wir wollen nicht nachtragend sein. Heute aber ist der Tag der Sdieidung. Wir wollen ihm seinen Kommerzgeist zurückgehen, und so zurückkehren, wie wir kamen. Es gilt Gesdiichte zu machen. Lange genug standen wir abseits und nur dünne Fäden führten zu unserer Erstarrnis. Heute aber, da die große Gewalt dieser Zeit fordernd an uns herantritt, müssen wir Partei nehm en. Für uns wollen wir kämpfen, aus rein egoistischen, menschlichen Beweggründen, für das, was uns zunächst steht: für unser Blut. Und ehe wir zu diesem Kampfe treten, wollen wir den Eid auf unser Ziel ablegen: für die wahre jüdische Gemeinschaft im jüdischen Lande, die Feind ist allem Merkantilismus, allem Zweck dasein und aller kleinlichen Politik des Tages. Diesen Kampf wollen wir aufnehmen gegen alle, selbst gegen die Brüder unseres Blutes, die feind sind unserem Geiste. - Diesen Kampf wollen wir aufnehmen mit der Leidenschaft, die am Anfange der Tat steht, j Eugen Hoeflich. »Jung^Juda«. Ein Beridit geistiger Gemeinschaft. II. Über jüdische Religion und mosaische Gebräuche. Alle Begriffe, die mit Religion zusammenhängen, lösen bei ihrer bloßen Nennung in jedem sogenannt »gebildeten« Menschen einen bunten Haufen persönlicher und persönlichster Gefühle aus, und sprechen, lesen, hören oder denken über Religion ist ein in-zersersetzende-Unruhe-geraten, das gegenseitige Verständigung erschwert, wo nicht unmöglich macht. Da vor fürchte ich mich hier, wenn ich daran bin, eine Diskussion über unseren wertvollsten Bewußtseinsinhalt, über unsere Religion einzuleiten und durchzuführen. Kommen wir hier nicht alle gewappnet mit Vorurteilen an die Sache? Freuet nicht ihr euch, die ihr euch Ungläubige nennt, daß heute Schande ernten sollen die Glaubenden, Ober- und Aberglaubenden? Freuen sich nicht entgegen die Glaubenden, daß sie den Unglauben schmähen werden dürren und allen Glauben, den sie von ihrem verschieden halten? Solches weiß ich, und darum bitte ich euch mit aller Gewalt, die ich haben kann, mit meinen Brüdern in Jeschurun zu leben, wollet nicht gegeneinander streiten, sondern miteinander euch verständigen. Gebet uns nicht den Haß, womit ihr die andere Meinung bekämpfet, damit