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Jerubbaal · 1918-04-01 · 1 (4.1918) · p. Seite 43

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
1 (4.1918)
Date
1918-04-01
Page
Seite 43 (sequence 45)
Language
German
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Literatur. ~* Aus der Korrespondenz des Herausgebers. 43 Krapotkin Peter: Landwirtschaft, Industrie und Handwerk oder die Vereinigung von Industrie und Landwirtschaft, körperlicher und geistiger Arbeit <Renaiss.-Verl>. Gartensiedlung Gronauer Wald. Die deutsche Gartenstadtbewegung. Zusammenfassende Darstellung. Zeitschrift: Die Gartenstadt. Muthesius, Dernburg etc. Die Bedeutung der Gartenstadtbewegung. 1 Aus der Korrespondenz des Herausgebers. F. S. im Felde. Gewiß, Sie haben Recht/ und wenn ich den linterton richtig spüre, so sagen Sie es mit eben der kalten Ruhe und Selbstverständlichkeit der vollen Erkenntnis, mit der ich selbst es empfinde: der Mensch ist einsam: in allem Letzten und Entscheidenden allein mit sich und seinem Gott ~~ wie Sie wohl sagen würden. Gemeinschaft ist beglückendes Erlebnis,- es reicht aber nicht zu tief in das Eigentliche hinein. Man mag sich darüber täuschen, man mag darüber dichten wollen: es bleibt als Realität. Und trägt vielleicht gar nicht den Willen zur Aufhebung in sich. Ich glaube, ganz drinnen in uns wollen wir gar nicht mit anderen gemein sein. Aber was hat die Frage nach Gemeinschaft, ihrem Wert, ihren Möglich* keiten mit Assimilation und Volk zu tun? Die jüdische Nation ist doch keine Gemeinschaft, und kann auch nie . eine werden. In ihm ist Raum für die ganze Mannigfaltigkeit möglicher Gemeinsamkeiten. Es ist mehr als ein enger Bund. Wem Gemeinschaft fraglich wurde, dem kann diese Tatsache beim nationalen Bekenntnis nicht stören Aber es mag ihm ein anderes bedenklich erscheinen, das Sie nur andeuten, aber doch wohl meinen; Wenn es Gemeinschaften, Bünde von Menschen gäbe, dann wären sie die einzigen belangvollen Untergruppen der Menschheit; da sie nicht sind, jedenfalls die Nation kein solcher Bund ist/ so bleibt der Einzelne unvermittelt in die Menschheit eingestellt. Und mit diesem Bedenken habe ich fertig zu werden. Ich gehe aus von einem bestimmten Bild des Menschen. Und ich frage mich, ganz einfach, empirisch, psychologisch, was stört und was fördert den Einzelnen, dies Menschenbild in sich zu verwirklichen, solcher Mensch zu werden? Da nun ist mir eins unaussprechlicfa klar: Der Mensch hat Sinn, Schönheit, Wert nur unter Menschen, nur in der Gruppe. Nur das erscheint mir endgültig bezeichnend für einen, wie er mit seinen konkreten Mitmenschen, wie er für die Gesamtheit von ihnen ist. Dies freilich normiert nur ein Gefühl und ich kann nichts anderes tun, als versuchen, es Ihnen zu formulieren. In seinem wesentlichen Kern sei der Mensch einsam, wenn Sie es so ausdrücken wollen: unbedingt von der Menschenschaff um ihn,- aber in der großen breiten Sphäre der Ausstrahlungen und Aus^ Wirkungen dieses Kerns, sei er bedingt, innig verwoben, aufgelöst beinahe in seine Menschenumwelt, für deren Gesamtheit. Und nun bitte ich Sie, lassen Sie alle Philosophie, alle Spekulation, und schauen Sie den assimilatorischen Juden an, sehen Sie mich an, sich selbst vielleicht, uns alle, versuchen Sie das Gesehene zu empfinden! Sind diese Mensehen nicht beinahe das Gegenbild des Verlangten? Sind sie nicht gerade in dem, was ihr wesentlicher Teil sein sollte von außen bedingt, nur von der Menschenumwelt bestimmt? Und wenn einer den Willen nach sich selbst fühlt, wirkt er ihn nicht in grotesker Verwirrung gerade in dem, eigensinnig, eitel, verzerrt, eigenbrödlerisch aus, was das schlechthin »Ichfreie« sein sollte, in seinen Beziehungen zu Menschen, in seiner geglaubten Mission ihnen gegenüber? Haben wir nicht alle in unserer Produktivität, unserer Geschäftigkeit, unserem Retten-, Helfen-, Wirken-,Verändern-wollen den Geruch des Hysterischen? Fühlen Sie das alles nicht auch irgendwie, krank,

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