Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 1 (4.1918)
- Date
- 1918-04-01
- Page
- Seite 38 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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38 Menschen. Bücher. Bewegungen. fried Bernfeld: Programm eines Verbandes der jüdischen lugend Oesterreichs. — Anschließend Generaldebatte. Nachmit* tags^Sitzung: Beginn 3 Uhr. Fortsetzung der Generaldebatte. Montag, den 20. Mai. a> Ganztagswanderung in den Wiener* wald. b> Für die Delegierten der Jugend** grüppen: 9 Uhr früh im Jugendheime: Konstituierende Generalversammlung des Verbandes. Wanderer tmcT. Delegierte treffen sich am Nachmittag. <Näheres über Zeit und Ort der Treffwanderung wird noch bekanntgegeben.) 8 Uhr abends: Abschied im Jugendheim. Die Leitsätze des Programmreferates gehen den einzelnen Jugendgruppen zur Diskussion und Stellungnahme zu. Wir bitten alle, an der Vorbereitung der Tagung mitzuwirken, Anregungen zu geben und uns auf die in Betracht f J. G. Fichtes Reden an die deutsche Nation. Wenn die jüdische Bewegung mehr sein soll als die Vermehrung der vielen Nationalismen um einen neuen, wenn sie eine Kraft in der Menschengeschichte werden will, so muß ihr eine jüdische Weltanschauung als Ziel vor* schweben. Nicht etwa hüten wir uns vor diesem Mißverständnis, das uns zurückwürfe! — eine Weltanschauung im Sinne einer Summe von Glaubens* artikeln. Diese enge, dogmatische, be* schränkt*geistige Basierung des Juden* tums will ja gerade der jüdische Nation nalismus bekämpfen, darum legte er im Anfang so großes Gewicht darauf, wir seien »Volk« und nicht »Konfession«, und wir könnten glauben, was wir wollen und seien dennoch Juden. Die jüdische Weltanschauung, welcher viel* mehr unser Nationalismus zustreben muß, wird befreit sein von Formeln und wird dennoch da sein. Wir werden Ver* schiedenes glauben und dennoch wird am Grunde aller Verschiedenheit die Ein* kommenden Vereine und interessierte Einzelpersonen aufmerksam zu mächen. Die Freunde im Felde sind auf den Jugendtag hinzuweisen, damit sie nach Möglichkeit ihren Urlaub danach einrichten können,- ihre Adressen brauchen wir für Zusendung der Blätter undFühlungnahme. Rechtzeitige Anmeldungen zum Jugend* tag sind wegen Vorbereitung von Quartier und Verpflegung notwendig. Wir bitten, recht bald mit uns in Fühlung zu treten. Die Zuschriften gehen an »Jüdisches Jugendheim«, Wien, II. Obere Donaustraße 91 und sind zur besseren Regelung der Korrespondenz mit dem Vermerk »Jugendtag« zu versehen. Für das vorbereitende Komitee für den Verband Jüdischer Jugendgruppen Oesterreichs, Dr. Siegfried Bernfeld, Richard Ginsberg.« heit sein; eben die jüdische Art, sich mit der Welt auseinanderzusetzen. Welches wird diese Art sein? Wir ahnen sie nur, wir fühlen die Einheit unserer Geistesgeschichte von Moses bis zum Baalschem. Aber sie .ist uns zunächst nur erst Geschichte. Töricht zu glauben, wir könnten in einer Art geistigem Kopfsprung zu ihr zurück* kehren. Wir sind Menschen dieser Zeit und können nur über sie und durch sie hindurch uns unser Judentum neu erwerben. Diese unsere Zeit stürmt auf uns ein, hämmert am Tor unseres Herzens ohne Unterlaß. Ergeben wir uns ihr, so sind wir verloren. Scheiden wir! Die Einheit junger jüdischer Menschen aller Länder soll sich nicht zum mindesten in der Selektion äußern, welche sie am Leben der Gegenwart vornehmen. Es wäre nicht die geringste Aufgabe einer geistigen Führung der jüdischen Er* Ziehung in der ganzen Welt — wenn wir sie hätten! —-, daß wir Juden uns allüberall am selben Menschheitsgeiste bilden. In einer solchen Führerberatung — wenn sie bestände! — müßten wir | Mensdien. Büdier. Bewegungen. [