Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 1 (4.1918)
- Date
- 1918-04-01
- Page
- Seite 37 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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Vom Leben der Jugend. 37 zu tragen haben, die er mit einer plötz* liehen Wendung der jüdisefunationafen Gruppen zuzuweisen schien. Uns bleibt nichts übrig, als zusammenfassend fest* zustellen: Wir glauben und erhoffen eine Verständigung der jüdischen Jugend, wenn auch nicht ihrer Führer von heute. Diese Verständigung wird allen Schwie* rigkeiten zum Trotz sich durchsetzen, wenn die wichtigste Voraussetzung, wenn das Primat des Judentums vor jedem anders gerichteten Empfinden und Willen anerkannt sein wird. Immer aber werden wir glauben, daß charakterfeste Jugend wissen wird, was sie will. Die jüdische Jugend soll, zwischen die Rassen und Kulturen gestellt, den Mut und die Kraft haben, sich zu ent* scheiden. Wir wollen keine ewigen Tonio KrögerJNaturen. Wir wollen unserer Jugend das hohe Glück wieder erringen helfen, das die jedes anderen Volkes selbstverständlich besitzt, von der sicheren Warte ihrer Gemeinschaft aus die Dinge der Welt werten zu dürfen, nicht als einzelne sich den Dingen, sondern als Glied lebenskräftigen Volkstums die Dinge sich anzupassen Eine derartige Auffassung mag der* einst Allgemeingut werden. Heute ist sie Parteisache, der Punkt, an dem sich die Geister scheiden. Wir begrüßen diese Scheidung und halten uns an das Goethewort: »Des tätigen Mannes Be* hagen sei Parteilichkeit.« Neutralität ist wahrlich kein Plus und Partei, weiß Gott, kein Minus. Unbe* irrt halten wir daran fest, daß unser Weg der richtige, der einzig wahre zum Heile des Judentums ist. Ihn mit der Jugend zu gehen, halten wir für unsere Pflicht. Wir wollen gewiß keinen Kampf. Unsere Arbeit ist Erziehungsarbeit in der Stille unserer Gemeinschaft, nicht im Lärm der Öffentlichkeit. Wir wollen keinen Kampf, obwohl wir aus einem jeden gestärkt hervorgingen. Wir er* warten freilich, daß auch ohne »Ver* ständigung« die Formen und Methoden der Auseinandersetzung andere sein werden, als bisher. Wir hoffen, daß auf allen Seiten geistige Waffen und nicht die verächtlichen und der Jugend un* würdigen Mittel der Unterdrückung und der Ausnutzung irgendwelcher Äbhän* gigkeitsverhältnisse zur Anwendung kommen werden. Die Jugend aber halte sich daran, das und nur das zu vertreten, was sie für gut erkannt hat. Sie sei »kalt oder heiß, sei schwarz oder weiß, nur nicht lau oder grau!« Karl Glaser. Österreich. Am 18., iq. und 20. Mai findet in Wien ein Oesterreichischer Jüdischer Jugendtag statt. Die »Blätter aus der jüdischen Jugendbewegung« <R. Löwit Verlag) I. Jahrgang, Heft 3, schreiben darüber in zwei ausführlichen Beiträgen: »Seine Aufgabe ist, der kräftezersplittern* den Isolierung unserer Tugend in unzählige kleine Vereine ein Ende zu machen und einen einheitlichen großen Verband jüdischer Jugendgruppen Oesterreichs zu begründen. Damit sollen Ärbeitsmöglich* keit und Stoßkraft vervielfacht, dieVoraus* Setzungen für ein wahrhaftes Gemein* schaftsbewußtsein und so der Rahmen für eine lebendige und starke national* jüdische Jugendbewegung geschaffen wer* den. Was an Kleinlichem und Unwesent* lichem uns bisher trennte, ist zu beseitigen/ es gilt für Menschen, die stets die Ge* meinsamkeit des Zieles betonten, auch die des Weges festzustellen. Die jüdische Tugend darf nach dem Kriege nicht die Fehler der Vergangenheit fortsetzen, sie muß in einer ihrer Aufgabe würdigen Verbundenheit ans Werk gehen! Das unterzeichnete Komitee unter* breitet die folgende Tagesordnung: Samstag, den 18. Mai 7 Uhr adends: Großer Musikvereinssaal. Begrüßung des Jugendtages. AnspracheDr.MartinBuber: Zion und die Jugend. 9 Uhr abends: Empfang der Gäste im Jüdischen Tugend* heime, Obere Donaustraße gl. Sonntag, den 19. Mai. Vormittags*Sitzung: Beginn 9 Uhr. Großer Musikvereinssaal. Dr: Sieg *