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Jerubbaal · 1918-04-01 · 1 (4.1918) · p. Seite 29

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
1 (4.1918)
Date
1918-04-01
Page
Seite 29 (sequence 31)
Language
German
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Atrs dem jüdischen Volksheim in Berlin. 29 Wunde. Nein, er ist der Grund der Riesenkraft Jeschuruns, denn das Bewußtsein von diesem Zwiespalt gibt auch jenen Trieb, das Ringen nach Vereinigung, die den Juden und das Judentum charakterisieren. Dieser Widerstreit und das Ringen nach Einheit ist die wesentlichste Eigenschaft der Gruppe Juden,- ihre Äußerung am einzelnen Juden ist seine Gruppencigenschaft. Andere Völker haben zum Teil weniger, zum Teil anders vom Uni^ versum gedacht, so daß in ihnen ein anderes Volkstum entstand. So kommt es, daß es nur eine jüdische Weltanschauung seit den Urzeiten bis heute gibt, während die Weltanschauungen innerhalb der meisten anderen Völker geradezu Massenartikel geworden sind. Es liegt mir sehr ferne,, damit die andern Nationen verhöhnen zu wollen, denn man braucht den Stier zum Pflügen und die Henne zum Eierlegen. Damit bin ich zu Ende und bin also im wesentlichen zu demselben Resultat gekommen, das wir von Buber hörten. Ich glaube nicht, daß ich mir Mühe geben soll, die weitere Besprechung aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren, denn Gemeinschaft bleibt Erlebnis und Erlebnis wird nicht unmittelbar durch seine Äußerungen mitgeteilt. Aus den mitgeteilten Worten aber, die die Besprechung umspannten, kann man wohl jenen Hauch des Einmaligen entnehmen. Oder klingt dies nur in meinem Ohr? E. Elijahu Rappeport. (Ein zweiter Beitrag folgt.) Aus dem jüdischen Volksheim in Berlin. <Aus den Rundsdireiben.) Liebe Freunde! Während des letzten Jahres im Volksheim ist mir das Stückwerk unseres Tuns bis zum Schrecken deutlich geworden. Abgesehen vom Mädchenbund, dessen tiefstes Leben sich seit diesem Winter im Volksheim — in enger Gemeinschaft mit der Helferschaft — vollzieht, so daß uns Fernerstehende nicht mehr unterscheiden können, bildet das Volksheim sicherlich einen unauslöschlichen Eindruck in dem Leben der Kinder, aber auch nur einen Eindruck neben allzuvielen: des Hauses, in dem sie wohnen, der Straße, der Schule. Es umfaßt nicht ihre ganze Seele. In einem vorjährig gen Vortrag sprach Siegfried Bernfeld die Forderung aus, die Jugend müsse losgekauft werden. Ja, Joskaufen müssen wir sie. Es gibt für unsere Jugend keine andere Stätte reinen, jugendlichen Lebens als die Schulgemeinde —' die Schulgemeinde außerhalb der Stadt. Darum begrüße ich es, daß mein alter Wunsch auch in anderen zum Wollen stark geworden ist. Haben wir erst die Lehrer, die unsere Schulgemeinde in die Welt heben können, dann finden wir auch die Mittel... . Allem Anschein nach will die sich bildende Gartenstadtgesellschaft der Elterngeneration nicht mehr als eine jüdische Baugenossenschaft werden. Von einer solchen sollten wir wohl — aus praktischen Erwägungen, solange sie uns in der Gestaltung unseres Lebens nicht hemmt, weil unsere kleinen

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