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Jerubbaal · 1918-04-01 · 1 (4.1918) · p. Seite 26

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
1 (4.1918)
Date
1918-04-01
Page
Seite 26 (sequence 28)
Language
German
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26 E. Elijahu R'a p p c p o r t: daß es Judentum: geben solle, denn sie wollen nicht, daß die Juden eine Nation bilden sollenanderer Indolenz will nidit dies nodi das. Darum müssen wir unser Licht in der Sonne entzünden. Nation ist eine Gruppe von Menschen, die als Gruppe sich entwickelt hat,- die in gemeinsamer Arbeit, durch gemeinsamen Ort, durch innigen Verkehr und alle weiteren sozialen Momente, die hier noch zu nennen sind, vor allem anderen aber durch gemeisames Blut, ihre Individuen einerseits mit einer tendenziös gleichen Grundstimmung, Grundbegabung geformt hat,- die andererseits als Gruppe anderen Gruppen gegenübersteht, mit oder gegen andere Gruppen arbeitet, sich enfaltet, und so ihre Individualität, ihre Nota spezifica, unter den anderen Gruppen formt. Es sind die tiefsten Triebe des einzelnen Individums, die eben diese Gruppe prägt, und gerade die Gruppeneigenschaften des Individuum sind die, die es am schwersten und letzten verliert. Solch eine Gruppe nennen wir Nation oder Volk, so nennen wir die Gruppeneigenschaften des Einzelindividuums die nationale Eigenschaft. Die tendenziös nationalen Grundbeschaffenheiten der Individuen der Gruppe, als Einheit zusammengefaßt, nennen wir das Volkstum. Bis zur Diaspora waren nun die Juden sicherlich vor allen anderen als Nation zu bezeichnen. Vor allen anderen, weil -sie der Vermischung stets den größten Widerstand entgegengesetzt haben. Wodurch hätten sie seit der Diaspora ihr Volkstum verloren? Eines für alles: Etwa weil die gemeinsame Sprache ihnen abhanden kam? Zweifellos eine der ärgsten Foltern, die Israel auf seiner Wanderung erdulden mußte, ist die Trennung von seiner Sprache. Aber ganz waren die Juden ihrer Sprache niemals beraubt. Denn, erstens trugen und hegten sie stets und überall in Büchern und Herzen die Schriften ihres Volkes,- und zweitens, wenn auch unter unsäglicher und unwägbarer Pein, hüllten sie ihre hebräischen Gedanken in fremde Sprachen, aber hebräische Gedanken waren es und mußten es sein. Die Juden im Exil sind bis heute als Juden im Exil geblieben und eben weil das gemeinsame Leben im Golus gering war, gering gegen das Vorleben in Zion, darum ist auch das Golusjudentum schwach, winzig gegen des Jesdiurun Riesenkraft. Dies scheint mir genug des Argumentierens. Schauen wir des lebenden Jeschurun Seele! Um Zeit zu sparen, gehe ich von einer Tatsache aus, die mir den ersten Ausblick in die Größe des Judentums gewährte. Die Juden, die im Ghetto und der auf sie veranstalteten Treibjagd an Seele und Körper verdarben, hatten jeden erdenklichen äußerlichen Grund und nahezu immer auch die Möglichkeit, sich der Fesseln des Ghetto durch Taufe und Preisgabe ihrer Nationalität, ihres Judentums zu entschlagen und so ihre verkümmerte Existenz in eine glänzende, geachtete zu verwandeln. Was war es, das sie zu allem brachte, auch zu jeder Niedrigkeit und Gemeinheit, zu jeder Tollkühnheit und Feigheit, nur das eine ihnen unmöglich machte, von ihrem Judentum zu lassen? Dieses Gut war kein konkretes,- es schaffte ihnen weder Wohnung noch Nahrung, ja sie mußten noch seinetwillen materielle Opfer tun. Es war ein geistiges Gut. Eine Abstraktion. Sieht man von dieser Seite, so muß es doch unendlich drängen^ in dieses

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