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Jerubbaal · 1918-04-01 · 1 (4.1918) · p. Seite 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
1 (4.1918)
Date
1918-04-01
Page
Seite 14 (sequence 16)
Language
German
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u Abraham Schwadron: Zionismus, Man sieht: ich rufe hier nidit den sogenannten Idealismus an und dergleichen. Sondern ich beziehe mich auf die früher hervorgehobene besondere Art egoistischer Lust, auf das leidenschaftliche, drängende Bedürfnis, sein persönlichst Innerstes zu befreien, zu entspannen durdh die Arbeit für die Befreiung des Volksganzen/ auf den Drang, durch diese berauschende Hingabe an ein Eigenes und dodi Größeres, Überpersön^ liches sich intensiver, breiter, mit höherem Wellenschlag auszuleben. .....die Frage der »Frau im Zionismus«, Ist eben der Zionismus bloß eine Sache der Klugheit, der Kalkulation, des Arrangements, eine Volks-Geschäftssache, so können für ihn nur jene, an sich sehr nützlichen und sehr ehrenwerten, aber wenig zahlreichen Frauen Interesse haben, deren Sinn auf Arrangement geht. Es ist dieser Art Frau nicbt eigen, Fanatikerin ihrer Überzeugung zu sein, dieser Überzeugung in Inbrunst zu leben. Anders aber, wenn der Zionismus eine Sache des Blutes, des heißen Triebes, des Instinkts werden soll. Bei allen nationalen Bewegungen der Welt, besonders bei kleinen, irgendwie bedrohten und beengten Völkern, waren die Frauen und Mädchen zumindest gleichstarke bewegende Kräfte wie die Männer, wenn auch in einer ihrer Wesensart und ihrer Stellung in der Gesellschaft entsprechenden Form, sie hatten mehr inneren Dienst und mehr innerlichen. Die fiebernde Liebe zur Nation bei der gebildeten polnischen Frau z. B. und bei dem polnischen Mädchen, diese glühende, verbissene Hingabe an das Wort »Polska« vom Kinde bis zur sterbenden Greisin — wie weit sind unsere Zionistinnen von einem gleidi starken und aufwühlenden Gefühl gegenüber unserer Nation entfernt. ~~ Und daß der Zionismus der Zionistin bisher — mit Ausnahme von Palästina — fast nirgends mehr war als eine national gefärbte Rachmönes, dieselbe zahme, lahme Rokoko-Wohltätigkeit, die wir bei den Liberalen verspotten, nur ins Nationale übersetzt das halte ich unter anderem mit für den Grund, daß auch der Zionismus der Mä an er ein wässeriger, zuckerwässeriger, ein feuerloser geblieben ist. Meine Freunde und Freundinnen! Der Sinn meiner heutigen Worte war: Unser Volk wird durch den Zionismus nicht erlöst werden, wenn die Zionisten immer von Ausnahmen abgesehen — so bleiben, wie sie sind. Ihr, die ihr jung seid, bereitet euch daher jetzt schon mit hartem, herbem, stahlfestem Eifer darauf vor, wenn ihr ins sogenannte Leben treten werdet, den neuen Typus des Zionisten und der Zionistin zu schaffen, den der Auserlesenen, den der Feuerfront, der Sturmtrupps. Nicht eine Elite der Hochnäsigen, der Anmaßenden, sondern die der Pflicht und der Opfer. Daß man einst unterscheide: wer ein zu bestimmendes Maß von hohen Opfern nicht voll macht, der ist ein Zionist niederen Grades, ein Zionistling. Und es wird dazu kommen, daß ihr gegen diese Art Zionisterei den Kampf aufnehmen werdet. Aber dieser Kampf soll sowohl in seinem Ausgangspunkte als auch in seiner Methode von den bisherigen Partei^ "kämpfen in unserer Bewegung grundverschieden sein. Bei diesen ist es um Prinzipien gegangen, um Ansichten, Programmpunkte. Ihr aber könntet ge-

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