Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 1 (4.1918)
- Date
- 1918-04-01
- Page
- Seite 12 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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12 Abraham Schwadron; Und Selbstopferung ganzer jüdischer Gemeinden, um nicht in die Hand der Feinde zu fallen, finden wir wiederholt im ganzen Mittelalter und noch bis zu der Zeit der Kosakenaufstände unter Chmelneckij im 17. Jahr* hundert. Als z. B. die Juden von york im Jahre 1190 von den Kreuz* fahrern belagert wurden und jede Hoffnung auf Rettung geschwunden, war, da »riet ein Gesetzeskundiger, Jom*Tob aus Joigny, sich selbst zu entleiben. ,Da wir jiun einmal' — sagte er —- ,einen rühmlichen Tod dem schandbaren Leben vorziehen müssen, so ist es geraten, die ehren* vollste und leichteste Todesart zu erwählen. Das Leben, welches der Schöpfer uns gegeben, mit eigener Hand wollen wir es ihm. zurückgeben. Dieses Beispiel gaben uns viele fromme Männer und Gemeinden in alter und neuer Zeit' . . . Und die Männer setzten das tödliche Messer mit zelotischem Mute an den Hals ihrer Lieben. Der Gemeindevorsteher tötete seine geliebte Frau zuerst und ihm ward auch die Ehre zuteil, von dem Rabbiner geopfert zu werden. Und so kamen die meisten um, einer durch die Hand des anderen, gerade um dieselbe Jahreszeit, als die letzten Zeloten nach der Tempelzerstörung sich in der Festung Massada auf dieselbe Weise den Tod gaben, um nicht in die Hände der Römer zu fallen«. Beim Kischinewer Pogrom aber beweint Ch. N. Bialik als das Schreck* lichste von allem nidit die Beraubten, Geschlagenen, Verwundeten, Ver* krüppelten, Ermordeten, sondern als das Schrecklichste beweint er die hündische, die entehrende Art, wie die meisten der lebendig Gebliebenen es geblieben und wie die Ermordeten ermordet wurden: a*Kanne vn yw* jvmi ♦ ♦ ♦ mstsn d.t» -py *» yna wann onswe Hanoi im ansD^ row ■ ♦ ♦ ♦ ikso; wi» w D^ate rno vnsn In freier Übersetzung: » . . . Und deine Äugen schauen, wo deine Brüder sich versteckt, deines Volkes Söhne, Enkel der Makkabäer und der heiligen Märtyrer , . . Zwanzig in einem Loch und je dreißig, dreißig — so haben sie ihres Gottes Ehre auf Erden erhöht und seinen Namen in der Welt geheiligt: wie die Mäuse sind sie geflohen und wie die Wanzen haben sie sich versteckt. Sie starben den Hundetod, dort wo man sie fand . . . Schau, hinter diesem Fasse lag der Ehemann, der Bräutigam, der Bruder und sie sahen aus den Löchern zu, wie sich zart*heilige frauliche Leiber unter der Gewalt der Bestien wälzten, wie sie in der Verunwürdigung erstickten und von ihrem Halse das Blut stürzte. —- — — Aber jene Männer lagen in Schanden und sahen zu — und rührten sich nicht, und sprangen nicht auf — — — —- ha! und stachen ihre eigenen Augen nicht aus und verloren den Verstand nicht . . .«