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Jerubbaal · 1918-04-01 · 1 (4.1918) · p. Seite 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
1 (4.1918)
Date
1918-04-01
Page
Seite 11 (sequence 13)
Language
German
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Üf>er den verstandesmäßigen und heroisch-fanatisdien Zionismus. 11 Freiheitsbewegung nicht wesenhaft, nicht uns selber überwältigend werden lassen? Es ist dies der Mangel, meine ich, an gemeinschaftsethischem Geist und an Geist des aktiven Heroismus. <Wobei ich mit Volks* oder Geirteinschaftsethik jene Seite der Ethik bezeidinen will, die sich auf dag direkte Verhältnis des Individuums zum Überindividuellen der völkischen Gemeinschaft bezieht, zum Unterschiede von der Individualethik, die das Verhältnis des Individuums zum Nebenindividuum regelt.) . . . * . . Als tiefe Gegensätze stehen sich die extremen Typen zweier Lebens* auffassungen und Lebensführungen gegenüber: der He donist V dessen Lebensinhalt das Häufen von Vergnügungen ist, und der Heros, dem das Leben nur einen Wert hat, wenn es inm ein Gefühl von Größe und Ungewöhnlichkeit bringt. Vielleicht sucht in einer tieferen seelischen Schicht auch der Heros, oder Held, das Gefühl von Lust. Aber während der Genußmensch den kleinen, alltäglichen, jedem mehr oder weniger Zugänge liehen Genüssen nachjagt, verschmäht sie der Held: sie genügen ihm nicht/ oder das Verlangen nach ihnen wird durch das Verlangen nach einem ganz großen Glück, dem einen, seinem Glück zurückgedrängt. Wir zahlen uns den Lebensgenuß in Raten aus,- er aber erreicht eine qualita* tive Höhe des Genusses, zu der wir nie gelangen. Die Geschieht? von dem jungen »Herakles am Scheidewege«^ vom Wettstreit der (sittlichen) Tüchtigkeit, welche den beschwerlichen Weg zum Glücke preist, und der Freude,, welche den leichten Weg zu den Lustigkeiten führt, diese Geschichte haben wir in der Schuje nur als einen philospphisch^didaktischen Streit verstanden, als das bürgerlich beschränkte Dilemma, ob der Knabe ein braver Bürger werden soll oder ein ausgelassener Taugenichts. Sie enthält aber auch die Frage nach der Entscheidung zwischen dem Wege des kämpf- und leidbeschwerten Heros und dem des Vergnüglings, der die glatten, leichten Wege wandelt. . . Also zwei Arten von Lust. Aber das Lustziel des Helden, ist er kein Herostrat oder Seiltänzer, bringt der Gemeinschaft Gewirin, Sieg, Ehre, Ruhm und schafft heilvolle Nadieife^ rung/ die kleinen Lustbarkeiten des Genüßlings dagegen sind für die Gemeinschaft wertlos, oft auch schädlich ... Schauen wir zurück, so finden wir, daß in den Kämpfen der «altjüdisehen Geschichte Unzählige sich in das eigene Sdhwert geworfen haben, um nicht in die Schmach der Gefangenschaft zu geraten, von König Saul bis Elieser Hamakkabi mit seinen Kriegern in der Höhle. Cornelius Tacitus schreibt in seinen »Historiae« — obgleich er den Juden stets feindlich und verächtlich gesinnt und anderseits an glorreiche Taten von Mut und Heroismus bei seinem Volke, den Römern, gewöhnt war — über den Fall von Jerusalem unter Titus: Seit Menschengedenken ist mit gleicher Todesveraditung nur noch um Karthago und Numantia gekämpft worden ,• nur »quasi superstitione quadam« <aus einem eigenartigen Aber^ glauben) kann er sich diesen für ihn unbegreiflichen Grad von Todesmut erklären. * Hcdonc (griediisd)) die Lust

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