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Jerubbaal · 1918-04-01 · 1 (4.1918) · p. Seite 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
1 (4.1918)
Date
1918-04-01
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
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8 Abraham Sch\radron: Der Siegmund aber hat diesen natürlichen Zusammenhang mit dem deutschen Volk nicht, so große Liebe zum Deutschtum, so großes Ver* ständnis für das Deutschtum, ja so großes Bewußtsein des Deutschtums er auch haben mag. Und darum, weil er dies nicht hat, will er nicht einfach etwas Allgemeines tun, kann es nicht wollen, sondern will immer zugleich etwas Besonderes, will zugleich >deutsch leben« —* und kann es doch niemals in letzter Wahrheit erreichen. Denn deutsch leben, das heißt nichts anderes, als wahrhaft und vollkommen in deutscher Gemeinschaft, in Gemeinschaft mit den Deutschen .aller Zeiten und mit dem Deutschtum über den Zeiten leben, mit den Menschen, Toten* Lebenden und Ungeborenen, und durch sie mit der ewigen Idee,- das aber ist ihm verwehrt. Der Knabe: Ja, aber . . * E>er Führer: Was ist es, das du sagen willst? Der Knabe: Wenn es für den Siegmund eigentlich ein Unding ist, deutsch leben zu wollen, ist es nicht am Ende auch ein Unding, daß ich *-* jüdisch leben will? Der Führer: Du meinst, weil du es ja auch nicht von selbst tust? Der Knabe; Ja. Der Führer: Darüber wollen wir miteinander auf unserem nächsten Spaziergang reden. Willst du dich inzwischen selber nochmals recht 4 herzhaft darauf besinnen, wie es sich damit verhält? Der Knabe: Das will ich. Martin Buber. Über den verstandesmäßigen und den heroisch-fana^ tischen Zionismus. <Fragmente eines Vortrages in einem zionistischen Jugendvereine.) .... ich beziehe midi lediglich auf das Verhältnis des Einzelzionisten zur Bewegung als Ganzem. Von einer Bewegung, wenn auch nur im engen Sinne, kann man bekanntlich erst seit Pinsker sprechen. Die Sache ist bei ihm einfach: die Juden müssen wieder ein Vaterland haben. Der Chowewei^Zionismus suchte dann den Grundstand aller Nationen, den Ackerbaustand, im Zukunftslande der Juden zu schaffen. Nun, wer wird als Kolonist hinüber* gehen? Wer eben will. Aber —* allzuwenige wollten! Und die es taten, waren oft die dazu Ällerunfähigsten. Es kamen die »Bilu«, diese wirklich Großen, höchster Verehrung würdigen, weil sich Opfernden — aber wie wenige waren es ihrer 1 Audi die materielle Unterstützung seitens der Galuthzionisten war eine schändlich geringe. Die Kolonien wären zugrunde gegangen, wepn nicht ein einziger eingegriffen hätte, ein eigentlich Außen* stehender, ein Philanthrop, nämlich Baron Edmund Rothschild. Und wie es um die Kolonien und Kolonisten beschaffen war, wissen wir aus den Anklagen Achad Haams. Da kam Herzl.

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