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Jerubbaal · 1918-04-01 · 1 (4.1918) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
1 (4.1918)
Date
1918-04-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
Language
German
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2 Siegfried B e r n f e 1 d: der Gedanken und Bilder, nicht die objektive Richtigkeit des Gesagten können den letzten Maßstab abgeben, nadi dem Äußerungen der Jugend veröffentlicht werden. Vielmehr soll eine Stelle geschaffen werden, wo einem größeren Kreis der jüdischen Jugend vernehmbar werden kann, was in ihr selbst lebendig ist, Ausdrück, Lösung, Gestaltung sucht. Schüler und Stil* denten, ebenso wie die erwerbstätige Jugend werden hier sprechen können, wenn sie etwas Ernstes und Reines, etwas Leidenschaftliches oder Begeistertes zu sagen haben. Vielleicht wird man manches unreif, übertrieben od^r gestammelt empfinden. Gewiß wird Unausgeglichenheit in den Heften sein,- viel Fragmentarisches aus Briefen,. Reden, Tagebüchern, Gesprächen,- denn hier äußert sich Jugend am wertvollsten,- ~~ die Zeitschrift und ihre Beiträge werden unschriftstellerisch sein: aber wir hoffen, daß sie gerade darum fruchtbar für die jüdische Jugend werden wird. Und das ist ihre einzige Aufgabe: der jüdischen Jugend zu dienen, so wie sie selbst es bestimmen und verantworten will. Wir werden uns auch in einer zweiten Richtung durchzusetzen habeq. Der Inhalt dieser Hefte wird weniger über Geschichte und Kultur des Judentums, über seine gegenwärtige Lage u. dergl. belehren, als man wohl erwarten mag. Dies soll auch, aber nicht hauptsächlich gebracht werden, und zwar vor allem so, daß die richtigen Wege zu den richtigen Büchern, den Quellen, gezeigt werden. Niemand darf nur einen Augenblick wähnen, als könnten wenige kufze, notwendig flüchtige Aufsätze leisten, was nur das Ergebnis jahrelanger inniger Versenkung, eindringenden Studiums sein kann. In solch hinweisender Art werden aber nicht nur die jüdischen Dinge angedeutet werden. Die jüdische Jugend muß die engen Schranken, die ihr eine Parteierziehung setzen möchte, durchbrechen,- sie muß lernen im Jüdischen zu voller menschlicher Durchbildung zu gelangen. Die Zeit^ schrift will ihr helfen sich von der Bevormundung durch Parteien, Schule, Buchhändlerkataloge und Zeitungen zu befreien. Eine Aufgabe, die schlechthin unerläßlich ist, weil es not tut, daß sie nicht höre, wie herrlich weit wir es gebracht, eine satte, behagliche Stimmung, die kaum dem Manne ansteht, sondern wie unendlich weit wirs noch zu bringen haben. Denn so erst wird die billige einschläfernde Begeisterung verblassen und Weg gebahnt dem Willen und der Notwendigkeit. Den größeren Raum aber werden die Erörterungen über die Probleme der Jugend einnehmen. Jede Jugend, die es ernst meint mit sich selbst, die einen Sinn ihres Lebens, ihrer besonderen jugendlichen Art sucht, die sich eine Aufgabe im Volke und in der Menschheit setzt, sieht sich vor kaum jzu lösenden Schwierigkeiten.,- Problemen der Idee, Problemen der täglichen Lebensführung, der geistigen Haltung. Die jüdische Jugend erlebt all dies doppelt,- denn sie erlebt noch schmerzlicher hinzukommend die Problematik ihres Volkes, ihrer jüdischen Art. Sie fühlt sich als. Jugend in sehr wesenu liehen Belangen anders als die erwachsene Welt, von der sie umgeben, bestimmt und erzogen wird,- sie fühlt sich von ihr , im Lebensgefühi und in der geistigen Erfaßtheit, in der Wärme ihres Denkens, in der Ent^ . schlossenheit und Unbedingheit ihres Wollens verschieden. Und sie kann nicht anders denn ifye. Ärt als höher zu bewerten, dennoch muß sie in jeder

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