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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1938-10-01 · 19 (1.10.1938) · p. Seite 290

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
14 (Ausgabe A) (1938)
Issue
19 (1.10.1938)
Date
1938-10-01
Page
Seite 290 (sequence 4)
Language
German
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290 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband1 der Kultusgemeinden in Bayern Nr. 19 Mitteilung für Monat Okt. 1938 Vorlage der Steuerbescheide, nämlich: des letzten Vermögensteuerbescheides der Finanzämter und „- ' - des Einkommensteuerbescheides der Finanzämter für das Kalenderjahr 1937 an die Beitragstelle der Israelit. Kultusgemeinde München, Herzog-Max-Straße 3/0" (Parteiverkehr Montag mit Freitag 8>/|—12V» Uhr). Einzahlung der bisher noch nicht abgeführten Beiträge aus der Einkommeristeuerrate vom 10. Sept. 1938 (15% der an die Finanzämter entrichteten Beträge). Ausgleich der Unterschiedsbeträge v die sich aus der endgültigen Veranlagung der Einkommensteuer 1937 und aus etwaiger Neuveranlagung zur Einkommensteuer ergeben, durch Bareinzahlung bei der Beitragstelle der lsr. Kuttusgerneinde München, Herzog-Max-Straße 3/0, oder Oberweisung auf das Postscheckkonto der Beitragstelle München, Nr. 60990, oder Überweisung auf das Bankkonto der Beitragstelle beim Bankhaus H. Aufhäuser, München, Nr.17299. Gebürtigkeits- oder Angehörigkeits- ■ Gebürtig¬ Staatsgebiet keit angehörigkeit übertrat; 6225 6(159 9 Litauen. Lettland. Lstliland. Finnland 10 7 10. Rumänien < 23 6 11. Türkei 3 7 12. Iirgoslavien. Bulgarien. Griechenland 2 13 13. Schweiz, . 18 12 14. Frankreich. Luxemburg u. Kolonien 23 2 15. Kurland mit Kolonien. Dotmiiiions und Besitzungen 9 4 16. Italien 3 4 17. U. S. A. 20 3 IS. PalästiiKi 1 2 19. Übrige europäische Länder 4 — 2(1. Übrige Überseeländer .1 — . 21. Staatenlos < — 2.% 22. Unbekannt 5(1 . 37 Gessinitzahl 6392 63»2 Tabelle 7 b Gebürtigkeit und Staatsangehörigkeit (in "<■) Gebürtigkeits- oder Angehörigkeits- Gebürtig- Staatsgebiet keit lanigeliörigkeit x 34.0 — . _----25. 1. München 2. Bayern 3. Übriges Deutsches Reich 4. Österreich 5. Polen 6. C. S. R. 7. Unjrarn S. Sonstiges Osteuropa (Rußland. Litauen. Lettland. Lstliland, Finnland. Rumänien) 9. Westeuropa (Schweiz. Frankreich. Luxemburg und Kolonien. England und Kolonien. Dominions und Besitzungen) 10. U. S. A. « 11. Staatenlos 12. ReM und Unbekannt _ 25,2 1.8 8,3 1.7 0,7 . 1,0 0,9 0;3 1,0 77J3 ,1.5 12.5. 2,9 0,9 0.4 0,3 0,04 3,7 0,06 Gesamtzahl 100,0 100,0 , Beinahe 60% aller Gemeindemitglieder sind in München oder im sonstigen Bayer» geboren, weitere 25% stammen aus dem übrigen Deutschen Reich. Die rheinpfälzischen Herkünfte wurden nicht zu Bayern, sondern zum übrigen Deutschen Reich gezählt. Von den außendeutschen Herkünften ist nur die polnische von einiger Bedeutung; doch dürften auch die 50 Personen, von denen nicht bekannt ist. wo sie geboren sind, überwiegend ausländischer Herkunft sein. Die polnischen Herkünfte sind aus geographischen Gründen 'überwiegend galLzisoh. nicht — wie vielfach in norddeutschen Gemeinden kongreß-polnfsch. die französischen Herkünfte sind überwiegend elsässisch. Unter den tschechoslowakischen Herkünften sind viele, die aus den früher ungarischen Gebieten der Slowakei und Karpathorußlands stammen. Ein Vergleich der Gebürtigkeit mit der Staatsangehörigkeit ergibt bemenkienswerte Verschiedenheiten. .Während 84,3% der Gemeindebevölkerung innerhalb der Grenzen des heutigen Deutschen Reiches geboren sind, besitzen nur 77,2% iSiie deutsche Staatsangehörigkeit. Dafür ist die Zahl der polnischen und der tschechoslowakischen Staatsangehörigen um ein gutes Drittel größer als die Zahl der in Poleh und im der C. S. R. Geborenen. (12,5% und 2,5% gegen 8.3% und 1,7%.) Dieses Drittel veranschaulicht die ■ Zahl derjenigen polnischen und tschechoslowakischen Staatsangehörigen, welche (meist) in München geboren sind, also berejts die zweite Einwanderungsgeneration darstellen. Die polnisch-gali-zische Zuwanderung der Vorkriegszeit hat sich in München!' in der Nachkriegszeit nicht fortgesetzt. Dagegen sind in" sonstigen Ostländern (außer Ungarn), vor allem in Rußland, und in westeuropäischen Ländern mehr Münchener Gemeindeamgehörige geboren als die entsprechenden Staatsangehörigkeitsziffern vermuten lassen würden. Was Westeuropa betrifft, so handelt es sich vielfach um'Frauen, die nach Deutschland geheiratet halben; bei ehemals russischen Staatsangehörigen war die Ausbürgerung stärker als anderswo. Daher sind unter den 236 gezählteu Staatenlosen eine Anzahl Russen, die Mehrzahl ist dien- Gebieten der heutigen Republik Polen zuzurechnen. Der Überschuß der polnischen Staatsangehörigen (einschließlich der ehemaligen Staatsangehörigen) über die in Polen Geborenen erhöht sich dadurch erheblich. Im gleichen Sinn ist zu berücksichtigen, daß unter den in Polen Geborenen einige Personen reiclisdeutscher Staatsangehörigkeit sind, die aus den jetzt polnischen', früher aber deutschen Gebieten Posens und Oberschlesiens stammen und die unter Vioirkriegsgesichtspunkten als in Deutschland Geborene gezählt worden, wären. Im Ganzen hoben 21,5 % der Genreindemitglieder osteuropäische (eiinschiließilich österreichische) Staatsangehöriglkeit, während nur 13,5% aus den gleichen Ländern gebürtig sind. Die Israelitische Kutlusgemeinde München 'nach dem Stand der Zählung vom 16. Mai 1938 repräsentiert sich also als eine stark überalterte Mittelgemeinide mit reichlichem' Frauenüberschuß, die in ihrer Zusammensetzung nicht zu heterogen ist. Die Münchener und bayerischen Herkünfte aus Franken und Schwaben bilden den überwiegenden Bestandteil der Mitgliedschaft, wenngleich zu sagen . ist. daß die Kinderzahl pro Fa'milie im ostjüdischetu Sektor der Gemeinde wesentlich größer ist als es dem IXtrchschnitt der Gesamtgemein'de entspricht. Hierüber wurde jedoch eine besondere Auszählung nicht vorgenommen. Dr. Werner Cahnmann. Predigt über die Engel und über die Wahrheil . Das folgende Stück ist eine Leseprobe aus dem vor kurzem erschienenen Roman von Georg« SiiLtayana •The-Last Puritan»(Der letzte Puritaner). George Santayanat der amerikanische Philosoph, hat als73jähriger diesen seihen ersten Roman verfaßt. Mehr noch als die Vorgänge oder die kulturellen und sozialen Zustände Amerikas vor 20 Jahren, die in diesem umfangreichen und eigenartigen Werk die etwas_ ferngerügkte Staffage bildem~ztetrt tms die Kritik der reinen puritaniseflen Geisteshaltung an; diese Kritik geht hier in der denkbar gründlichsten Weise vor sich und nimmt in höchst fairer Weise ihren Maßstab von den Idealtyp eines strahlenden mit allen Gütern der Kraft, der Gesundheit und des Reichtums, gesegneten hingen Mannes aus alter Bostouer Familie, dessen Geistes? und Cliara'kteranlagen sx> vollkommen und ideal sind wie die erzieherischen Mittel zu ihrer Entfaltung? und praktischen Betätiguaiig. Wanim dieses höchste puritanische Pflichtbewußtsein versagt und die Gesellschaft, innerhalb derei es geübt wird, von allen guten

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