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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1938-10-01 · 19 (1.10.1938) · p. Seite 289

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
14 (Ausgabe A) (1938)
Issue
19 (1.10.1938)
Date
1938-10-01
Page
Seite 289 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 19 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern 289 Tabelle 5 V Altersgruppen in Zahlen in % l. Geboren vor 1878 1780 27.8 2. Geboren von 1878—1887 1261 19,6 3. Geboren von 1888—1897 1093 17,1 4. Geboren von 1898—1907 796 12.4 5. Geboren von 1908—1917 494 7.7 6. Geboren! von 1918—1927 622 9,7 7. Geboren von 1928—1938 305 .4.8 8. Geboren unbekannt 51 0,9 Gesamtzahl 6392 100,0 Tabelle 6. Die Umkehrun« der natürlichen Alterspyramide wird aus den beigefügten Prozentziffern besonders deutlich. Die über 50jährigen Personenmachen mit 47,4 % beinahe -die Hälfte aller Gemeindeangehörrgen aus. Unter dieser Kategorie dürfte der Anteil alter Frauen besonders hoch sein, wie aus der Verwitweten-Ziffer >r| Tabelle 3 zu schließen ist. Die höchste Alterklasse ist am stärksten, die jüngste am schwächsten belegt und der Verlauf der Pyramidenkontur erfährt nur an einer prägnanten Stelle eine Ausbuchtung und das ist in dem Jahrzehnt naoh der Beendigung des Kriegs. Der Rückgang dier Geburtenzahl während des Kriegs und ihr vorübergehendes Anschwellen nach KriexsschiuB ist eine allgemeine Erscheinung, die sich hier für den jüdischen Bereich wiederholt. Eine Auszählung der Altersgruppen nach'*Geschlechtern wurde nicht vorgenommen. II. Neben der Erfassung des Alters und des Familienstands der Gemeindeangehörigen wurde, der Erfassung der Herkünfte (Aufenthaltsdauer. Staatsangehörigkeit und Gebürtigkeit) besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Seit warm in München 1. seit Geburt 2. vor 1900 3. seit 1900—1917- 4. seit 1918—1932 5. seit 1933 6. seit unbekannt in Zahlen 2169 779 1439 92(7 700 _378 in % 34,0 12,1 22,6 14,5 10.9 5.9 100,0 Gesamtzahl 6392 Wie bei großstädtischer Bevölkerung nicht amiers zu erwarten, ist der größte Teil der Gemeindemitgheder nicht am Platz geboren. Die stärkste Zuwanderung fand naturgemäß in den ökonomisch günstigen 1^ Jahrzehnten vor dem Kriege statt. Die nach 1933 erfolgte Zuwanderung dagegen ist zum großen Teil schon im Augenblick der Übersiedlunjc als ein mir vorübergehender Aufenthalt gedacht: in der Großstadt kann die beabsichtigte Auswanderung leiohter vorbereitet weren als in den kleinen Orten der Provinz. Tatsächlich überwiegt die Auswanderung im gleichen Zeitraum die Einwanderung um ein Vielfaches. Tabelle 7a Gebürtigkeit und Staatsangehörigkeit (in Zahlen) Gebürtigkeits- oder Angehörigkeitsgebiet 1. München 2. Bayern 3. Übriges Deutsches '.Reich 4. Österreich 5. Polen 6. C. S. R. 7. ' Ungarn 8. Rußland Gebürtigkeit 216J ' 1599 1625 115 531 91 44 ' 51 Staatsangehörigkeit 4936 94 804 158 56 II 6225 6059 An die Juden in Deutschland! Zehntausende von Juden verlassen das Land. Viele jüdische Gemeinden in Deutschland sind in der Auflösung. Aber sie sollen nicht vergessen werden. Wir wollen für kommende Geschlechter das Gedächtnis an diese lange und ereignisschwere Epoche jüdischer Entwicklung und auch an die letzten, die sie abschlössen, bewahren. An der Schwelle eines neuen jüdischen Jahres ruft der Keren Kajeincth Lejisrael zu einem schönen und großen Werk: Die Juden Deutschlands und Ihre Gemeinden sollen sich in ein If BUCH DER ERINNERUNG «• Seffer Sikaron eintragen und gleichzeitig damit die Mittel für die Erlösung des Bodens schaffen, auf dem eine neue Siedlung von Juden aus Deutschland in Erez Israel stehen soll. Sie, wird den Namen Tel Sikaron" „SIEDLUNG DES GEDENKENS „- tragen. Tel Sikaron-Siedlung des Gedenkens — soll der Ausdruck einer gemeinsamen Kraftanstrengung sein, durch die Vergangenes bewahrt und zugleich ein in die Zukunft weisendes Werk geschahen wird. Wir treten diesem Plan, der würdig in seiner Absicht und kraftvoll in seinem Ziel ist, freudig bei und machen uns die Forderung, die der Keren Kajemeth Lejisrael aus diesem Anlaß an die Juden Deutschlands richtet, zu eigen. Reichsvertretung der Juden in Deutschland Gez.: Dr. Baeck und Min.-Rat i. R. Hirsch Der Vorstand der jüdischen Gemeinde zu Berlin Gez.: Dir. Heinrich Stahl Zionistische Vereinigung für Deutschland Gez.: RH. Benno Cohn und Dr. Hans Friedenthal . Wir schließen uns diesem Äufruf an: \ Örtskomitee München: Dr. Leo Baerwald, Dr. Ludwig Feuchtwanger, J.-R. Dr. Emil Frankel, K.-R. Paul Josephthal, Oberl.G.R. i. R. Dr. ftllred Neumeyer, Dr. Alfred Perlmutter, Dr. Otto Weiler.

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