Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Volume
- 14 (Ausgabe A) (1938)
- Issue
- 17 (1.9.1938)
- Date
- 1938-09-01
- Page
- Seite 255 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 17 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kraltusgemeinden in Bayern 255 Hindemisse, welche sie zu bekänpfen hatten, sich ein Schulzimmer gemiethet und den Schulapparat auf eigene Kosten nicht nur selbst angeschafft, sondern auch, um sich zu den wichtigsten Schulgeschäften auszubilden und den Forderungen des Lehrplans mehr Genüge zu leisten, das königliche Schullehrinstitut besucht und dort"Anleitungen erholt haben reine Begriffe von Gott, Religion und Sittlichkeit zu verbreiten, allgemeine Menschenliebe, Liebe zum Vaterlande und zur Erfüllung bürgerlicher Pflichten in die Herzen ihrer Schüler und Schülerinnen zu pflanzen, and so einst brauchbare und nützliche Mitglieder des Staates zu bilden, wahrlich sehr würdige und die Sache selbst wie die Lehrer rühmlichst empfehlende Absichten, c) Endlich giebt eben dieses Schriftchen folgende Unterrichts-Gegenstände an: 1. Tugend- und Religionslehre verbunden mit der Bibel im hebräischen Text nach mendelsohnischer Ubersetzung. 2. Mensch, ganz nach vorgeschriebenem baierischen Lehrplane. 3. Naturgeschichte, Naturlehre, Erderkenntnis. 4. Kunst, nach dem Lehrplane. 5. Sprache, Sprechen, Lesen, Schreiben, und zwar recht schön hebräisch und deutsch. 6. Zahl- und MaaB-Verhältnisse. Rechnen aus dem Kopfe und an der Tafel. Wir wünschen dem Unternehmen Glück und dankbare Unterstützung, der Schule zahlreichen Besuch, dem Vaterlande die Erzielung reichlicher Früchte und der Judenschaft vollen Genuß der Ehre, welche ihr die schöne und gute Anstalt 'verschafft. Mit Vergnügen bemerkt der Pariot die Aufnahme und Vermehrung ersprießlicher Bildungs- und Unterrichts-Anstalten, und wir werden es uns nächstens zum Geschäfte machen, von den wirklich bestehenden einige Nachricht in unsern Blättern, so wie von dem Fortgang derselben zu geben." Damit schließt der AVfsatz des Intelligenzblattes von 1808. Bas darin erwähnte Schriftcnftn und vor allem die jüdische Elementarschule selbst sind bisjißcjinbeaclitet geblieben. Auch in den Akten der Münchener Geafeinde finden sich keine Spuren von der Schule. 1812 wird — in Erwartung des Juden-Edikts, das am 10. Juni 1813 erlassen wurde — die Anstellung eines gemeindlichen Lehrers abgelehnt. Etwaige Privatlehrer seien von den beteiligten Familien selbst und ohne gemeindliche Hilfe zu erhalten. In einem polizeilichen Protokoll vom Jahre 1815 ist zwar von der Errichtung einer neuen Schule die Rede, sonst aber kein Hinweis auf Art, Ort und Lehrer etwaiger bisheriger zu .finden. Die gedruckte Einladungu zur ersten öffentlichen Prüfung am 25. August 1808 ist in einem Exemplar auf der Universitätsbibliothek München erhalten. Sie umfaßt 8 Quart-Seiten und ist in dem guten Geschmack der Zeit gesetzt. \ 2. Die jüdische Elementarschule von München aus dem Jahr 1807 Die „Einladung" hat folgenden Wortlaut: Einladung -«i zur Ersten öffentlichen Prüfung der Jüdischen Elementarschule zu München, Gehalten am 25'" August 1808 von M. Farnbacher und N. Zirndorfer. Namen Verzeichnis der Schüler Alter Abteilung Eintritt in die Schule Bamberger Seligmann, 5 Jahre lte. Im May laufenden Jahres vorigen Jahres laufenden Jahres Bernhard Leopold, 6 , lte. „ Bernhard Oser, 7 .-.<" 2te. i, Emanuel Mariana, 6 , , lte. »i Königsberger Dorothea, 9 , , 2te. Kaula Salomon, lü , , 2te. », Lorsch Henlein. 11 . , 3te. „ Neuburger Ascher. 8 , 3te. ,* - Neuburger Joseph, 6 , 2te. „ Neustädter David, 7 , 2te. ,, Neustädter Israel, 6 . , , 2te. H Rotschild Seligmann, 10 , , 3te. H UMfclder Julius, 6 , , 2te. im Ulimann Joseph, 10 . 3te, im Ullmann Salomon, 6 , , lte. „ vorigen Jahres . ■ Namen der Schüler, welche die königl. deutschen Schulen besuchen, und in dieser nur zur Zeit, wo keine deutsche Schule ist, zum Unterricht im Hebräischen erscheinen. Wichtiger Termin in. Monat September 1938 jr * Ja 10. September 1938s Einzahlung der Beiträge aus der gleichzeitig fälligen Einkommensteuerrate (15° o des an das Finanzamt zu entrichtenden Betrages, bezw. V* der Beitrags-Jahres - Schuldigkeit) an die Beitragstelle der Israelitischen Kultusgemeinde, Herzog-Max-Straße 3/0 Postscheckkonto der Beitragstelle München Nr. 60990 Bankkonto der Beitragstelle beim Bankhaus H. Aufhäuser, München Nr. 17299. | eingetreten im May laufenden Jahres. I eingetreten im Juny laufenden Jahres. Bamberger Moses, Bamberger Josepha, Hamberger Magdalena, Mayer Isak, Frank Abraham I Ausgetreten sind in diesem Jahr: Heslein David. V Rothschild Susmann. Unterrichts-Gegenstände 1. Tugend- und Religionslehre, verbunden mit der Bibel im hebräischen Texte, nach Mendelssohnischer Ubersetzung. _ 2. Mensch, ganz nach vorgeschriebenem Lehrplane. 3. Naturgeschichte, Naturlehre, Erderkenntniß. 4. Kunst.' nach dem Lehrplane. 5. Sprache. Sprechen, Lesen, Schönschreiben, Sprachlehre. Rechtschreibung, hebräisch und deutsch. Wüsche - Ausstattungen IC^X))!n °"Bn P"'*l<9*n Nur 9ut« QualHIUn Laitan Sia lieh unverbindlich, auch für Auswanderung, von uns beraten. 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