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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1938-08-01 · 15 (1.8.1938) · p. Seite 227

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
14 (Ausgabe A) (1938)
Issue
15 (1.8.1938)
Date
1938-08-01
Page
Seite 227 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 15 Jflducb.es Gemeindeblatt fflr den Verband der Kultusgemeinden in Bayern 227 Stets HeukeUea Im F ach geschält fuY Damenbekleidung LEO OPPENHEIMER« ""«'"■«^""d9, E. dt O. MERZBACHER früher Ritter v.-epppi. ö Jetzt: Leopoldstrafje 52-/0 Kein Laden! Entsprechende Preise! des indischen Königs stand: Gaspard da Gama. Wir finden ihn bald auf dem Schiff eines andern portugiesischen Seefahrers als eine Art Lotse, dem man genaue Kenntnis der Meerestücken zutraute und der die Flotille geleiten sollteY Es war A1 v a r e z C a b r a I, den der König von Portugal im Jahre 1500 ausschickte, um den gleichen Weg zurückzulegen wie sein Vorgänger Vasco da Gama. Er befehligte dreizehn Schiffe mit einer Besatzung von 1200 Mann. Da er sjch die Erfahrungen der ersten Fahrt zunutze machte, wurde er sozusagen zum Entdecker wider Willen. Aus der Sahara herüber dringen häufig Sandstürme westwärts übers Meer und machen die Seefahrt zur Qual. Im Golf von Guinea unten nicht selten gewaltige Stürme; aber auch an windstillen Zeiten fehlt es nicht; beides für die Seefahrt von Übel. Cabral glaubte, all diesen Gefahren dadurch entgehen zu können, daß er die westafrikanische Küste, soweit sie im Halbkreis in den Atlantischen Ozean vorstößt, in großem Bogen umschiffte. So kam er bald in westwärts verlaufende Meeresströmungen, die ihn weit ab führten von der Fahrtstrecke um Afrika, und nacli ein paar Wochen erreichte Cabral die Küste eines unbekannten Landes, dem er zuerst den Name Terra de Santa Cruz, Heiliges Kreuz- Land gab, das er aber später wegen des reichen Bestandes an Farbhölzern B r a s i I o. d. hr'Feuer, nannte. So war Cabral durch unvorhersehbare' Fügungen zum Entdecker Brasiliens geworden. Da das Land östlich des Meridians lag, der den spansichen von dem portugiesischen Kolonialbesitz trennte, nahm tier König von Portugal Brasilien in Besitz. Mit verhältnismäßig kurzer Unterbrechung ist das Land bis zum Jahre 1889 bei Portugal geblieben. Drei Jahre nach der Entdeckung Brasiliens erteilte der König von Portugal einem M ar a n n e n ein Siedlungs- und Handelsmonopol in «Ter jungen Kolonie. Der unternehmungslustige Kaufmann nutzte dieses Privileg dazu, weitere Marannenfamilien zur Übersiedlung zu bewegen. Und bald schon gab es eine stattliche Gemeinde von Flüchtlingen, (jie hier die Maske des Marannentums abwerfen und wieder freie Juden werden durften. Sie hatten?inen scharfen Blick für die Möglichkeiten, die das unermeßlich große Land dem Erwerb bot. Aus Spanien, Portugal und Nordafrika ließen sie Zuckerrohrpflanzen herüberbringen, die in Brasilien ausgezeichnet gediehen, und bald waren sie Besitzer riesengroßer Plantagen. Aber auch einheimische Pflanzen wurden geschickt genutzt, namentlich die kostbaren Farbhölzer, die dem Lande den Namen gegeben hatten. Es entwickelte sich ein ausgedehnter Exporthandel mit Zuckerrohr und Farbhölzern, namentlich nach Holland hin, und bald waren viele der jüdischen Siedler zu Wohlstand gelangt. Freilich, ihr Glück wurde jäh unterbrochen, als zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Inquisition auch in Brasilien Einzug hielt und den Juden das Leben zur Oual machte. Zwei Jahrzehnte dauerte diese unheilvolle Periode. Da kamen die Holländer auf ihren Schiffen, um Brasilien den Portugiesen zu entreißen. In den Reihen der holländischen Soldaten dienten auch Juden, und als im Jahre 1624 der Angriff begann, gewährten die jüdischen Siedler den Eroberern Hilfe und Unterstützung. Die Portugiesen unter- Diesmal ist es besonders wichtig! Kommen Sie unbedingt zu unserem Sommerschlußverkauf vom 25. Juli bis 6. August 1938 Wir wollen räumen und deshalb sind di« Preis« für Herren-, Damen- und Seidenstoffe billig wie noch nie! Kommen und sehen Sie, das sagt Ihnen dann alles. TUCH-KAUFMANN Reichenbachst. 3, Erster Stock beim Vilctualienmark». lagen; das Land wurde holländischer Besitz. Nunmehr begann ein neuer Aufstieg der Juden, deren Umsicht und Fleiß dem holländischen Handel zugute kam. Dauernd wanderten Europäer, darunter auch viele Juden, in das aufblühende Land ein. und bald gab es große Gemeinden in Brasilien. Die bedeutendste war Recife oder Pernambuco. Dorthin siedelten im Jahre 1642 eine große Anzahl holländischer Juden über, an ihrer Spitze der Amsterdamer Chacham Isaak Aboab de Fonseca und sein Freund Moses Raphael de Aguilar, der als Vorbeter in Pernambuco zu wirken begann. > Die Portugiesen konnten den Verlust einer solch reichen Kolonie nicht verschmerzen, und im Jahre 1645 begannen sie den Kampf um die Rückgewinnung des Landes. Nach wechselvollen Kämpfen geriet Brasilien im Jahre 1654 erneut in portugiesischen Besitz. Damit war das Geschick der Juden im Lande besiegelt. Die holländische Gruppe kehrte mit ihren Führern nach Holland zurück; die übrigen wanderten nach Mittel- und Nordamerika. Eine Schar von Flüchtlingen ließ sich in der Hauptstadt der großen holländischen Kolonie Nordamerikas in N e u-A m s t e r da m. dem späteren New York, nieder, und damit wurde der Grund gelegt zu der nachmals größten jüdischen Gemeinde der Welt. % : Aus der Gemeinde München Lehrhaus der Kultusgemeinde Die Handelskurse von Frau Else G u n z werden nach der kurzen Ferienpause am Donnerstag, den 18. August, wieder aufgenommen: Montag. Maschinenschreiben 19—20 Uhr Stenographie .... 20-r-21 „ Donnerstag: Maschinenschreiben 19—20 „ . Buchführung.....20—22 ,. Neuanmeldungen bei Kursbeginn: Herzog- Rudolf-Straße 1 (Jugendheim). Auswanderungsvorbereitung durch Koch- und Konditoreikurse Daß in München jahrelang die Gaststätte Schwärz eine Fremdenattraktion war. wissen alle Einheimischen. Ihr ehemaliger Inhaber, Herr Albert Schwarz, gibt unter Mitwirkung eines Konditoreifachmanns Kurse, deren Leistungsfähigkeit ein feines, sehr gut gewähltes Abendessen zeigen sollte, das die Schüler dieser Kurse als Probe einer erst viereinlialbwöchentliclien Ausbildungszeit den " Vertretern der jüdischen Gemeinde vorsetzen konnten. Die vier Abteilungen: für warme und kalte Küche, für Konditorei und d^ie Kaffeeküche (es gibt aucli einen fünften Kurs für W u r s t f a b r i k a t i o n) waren an der ausgezeichnet vorbereiteten Vorführung der Schwarzachen Kurse beteiligt. Die einzelnen Gerichte: Fische. Geflügel, Salate und Saucen, Torten, Eisbomben und Konfekte waren nicht nur herrlich hergerichtet, sie schmeckten auch ganz vorzüglich. Jüngere REISEGEPÄCK Große Auswahl in Kofier aus Leder, Vulkanfiber, Autoduck etc. in allen Arten. BAHN- UND SCHRANKKOFFER Aktenmappen, Necdsaires, Kleinlederwaren etc. Spezialität: DAMENTASCHEN von der billigsten bis zur elegantesten Ausführung. 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